Freitag, 1. Februar 2002

Bürgerrechtler protestieren scharf gegen die Pläne

Die US-Luftfahrtbehörden wollen einen neuen Spezial-Ausweis für Flugpassagiere testen. Dabei sollen persönliche Daten zentral für Sicherheitskontrollen gespeichert werden. Die Informatione, etwa über vergangene Reisen, Wohnverhältnisse und Ticketkauf, sollen helfen, mutmaßliche Terroristen auszusieben. US-Bürgerrechtler protestieren heftig gegen das Überwachungssystem.

Mit Hilfe dieser Informationen sollen die Passagiere in unterschiedliche Kategorien hinsichtlich eines möglichen Terrorismusverdachts eingeteilt werden. Verdächtig erscheinende Passagiere sollen für zusätzliche Sicherheitskontrollen aussortiert werden.

Reservierungssysteme mit staatlichen Datenspeichern verknüpft
Nach dem Plan der Behörden soll für dieses Kontrollsystem ein neues Computernetz aufgebaut werden, das Reservierungssysteme in den USA mit privaten und staatlichen Datenspeichern verknüpft, wie die Zeitung weiter berichtete. Mit Hilfe des Netzes könne dann beispielsweise herausgefunden werden, dass ein Passagier Tickets für weitere vier Passagiere gekauft habe, diese aber in verschiedenen Teilen des Flugzeugs sitzen.

Es könnten auch ungewöhnliche Reisegewohnheiten des Passagiers erfasst werden. Wegen des umfangreichen Datenmaterials, das zu organisieren wäre, wäre das System jedoch möglicherweise erst in einigen Jahren funktionsfähig.

Bürgerrechtler gehen gegen den Plan auf die Barrikaden
US-Bürgerrechtler warnen unterdessen vor einer Bedrohung der Privatsphäre und des Datenschutzes. Die Pläne stellten ein "massives komplexes Überwachungssystem" dar, sagte Barry Steinhardt von der Amerikanischen Vereinigung für die Bürgerrechte (ACLU) der "Washington Post".

1.2.2002 17:25