Wachsen des Ozonlochs, Klonen & Fortschritt

Das Ozonloch wird wachsen und der Klimawandel den heimischen Skiregionen einen Strich durch die Rechnung machen, dafür werden Mittel gegen Krebs und Aids gefunden: Damit rechnen viele Österreicher innerhalb der nächsten 20 Jahre.
Zu diesem Ergebnis kam das Salzburger Institut für Grundlagenforschung (IGF) in einer landesweiten repräsentativen Umfrage zum Thema "Zukunftsvisionen der Österreicher 2002". 87 Prozent halten demnach das fortgesetzte Schwinden der Ozonschicht zumindest für wahrscheinlich. 38 Prozent der Befragten befürchten sogar, dass die zunehmende Erderwärmung dem alpinen Skivergnügen in Österreich den Garaus machen wird. Als Alternative eine Reise ins All können sich vor allem die Jüngeren (34 Prozent) vorstellen, insgesamt glauben an diese Möglichkeit immerhin 27 Prozent.
Priesterehe? Nur 37 Prozent glauben daran
Kein Wunder: Eine Landung auf dem Mars haben die Befragten bereits bei der Erhebung im vergangenen Jahr für wahrscheinlicher angesehen als die erlaubte Heirat von Priestern. Das trauten der katholischen Kirche diesmal laut IGF sogar noch zehn Prozent weniger (37 Prozent) zu.
Die Anschläge vom 11. September 2001 beeinflussen die Erwartungshaltungen der Österreicher: 75 Prozent rechnen mit einer Zunahme terroristischer Aktivitäten religiöser Gruppierungen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil derer, die den Einsatz biologischer und chemischer Waffen für wahrscheinlich halten, von 32 auf 53 Prozent. Die Meinung, dass wieder mehr Länder zu Diktaturen werden, teilt besonders der Osten Österreichs. Rund die Hälfte der Wiener (51 Prozent), Kärntner und Steirer (41 Prozent) halten das für zumindest "eher wahrscheinlich".
Medizinischer Fortschritt wird erwartet
Optimismus legen die Österreicher dagegen an den Tag, wenn es um mögliche Fortschritte in der Medizin geht: 73,5 Prozent glauben an die Entwicklung von Mitteln gegen Aids oder Krebs, teilte IGF mit. Rund die Hälfte sieht allerdings eine schlimmere Geißel als Aids auf die Menschheit zukommen. Ein Viertel der Österreicher glaubt, dass das erfolgreiche Klonen von Menschen absehbar ist. Ältere können sich mit dieser Aussicht schwerer anfreunden als die jüngere Generation (47 bzw. 68 Prozent). Zwei Drittel halten die Einführung der aktiven Sterbehilfe für wahrscheinlich oder sicher.
Vor dem Komet fürchten sich nur wenige - 92 Prozent halten die Chance, dass er kommt, für sehr unwahrscheinlich. Größer ist die Angst vor einer Energiekrise: Vor allem Personen mittleren Alters rechnen damit, dass uns "der Saft ausgeht" (56 Prozent), die Hälfte der Befragten insgesamt teilt diese Sorge.
Im Westen leben die Optimisten, im Osten die Pessimisten
Generell sind laut IGF in Vorarlberg, Tirol und Salzburg die "Zukunftsoptimisten" zu finden, die an Österreich und Europa glauben. Gut die Hälfte der Wiener gab dagegen an, der Entwicklung Europas zumindest "eher pessimistisch" entgegen zu sehen. Die EU-Osterweiterung löst der Umfrage zufolge im Osten des Landes Bedenken um den eigenen Arbeitsplatz aus.
Sorgen machen sich auch die Großeltern: 54 Prozent der älteren Generation fürchten, dass es die Kinder in den nächsten Jahren schwerer haben werden als sie selbst.
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