Freitag, 1. Februar 2002

Polizei erwartet ähnliche Teilnehmerzahl wie 2001

Die Bilder: Opernball-"Schlacht" im Jahr 2001

Ein Opernball ohne Demo ist mittlerweile beinahe undenkbar. Ein Protestmarsch war zwar noch nicht angemeldet, sehr wohl aber in mehreren Aufrufen angekündigt. Die Wiener Polizei richtet sich auf eine Demonstration in der Größenordnung des Vorjahres - damals waren es rund 800 Teilnehmer - ein und setzt mehr als 1.000 Beamte ein.

Dies kündigte der Leiter der Wiener Staatspolizei, Hofrat Ewald Bachinger an. Zudem sollen rund 100 Kriminalbeamte zur Verfügung stehen, die sich auch um die Innen- und Außensicherung der Oper kümmern. Die wesentlichsten Aufgaben sind die Gewährleistung der Zufahrt zur Oper. Außerdem werden wieder Sperrkreise errichtet und Platzverbote erlassen.

Ab etwa 19.00 Uhr soll der Ring für den öffentlichen und den privaten Verkehr gesperrt werden - allerdings nach der Maxime, dass die Sperre so spät wie möglich erfolgen und so kurz wie möglich dauern soll. Die Beamten werden zudem mit einer Durchsuchungsverordnung ausgestattet.

Laut den Demo-Aufrufen ist geplant, um 19.00 Uhr am Ballhausplatz zusammenzutreffen. Die Vertreter der schon traditionellen Donnerstags-Demo wollen der Exekutive zufolge die Oper überhaupt links liegen lassen und zum autonomen Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) in Favoriten ziehen. Ein zweiter Zug dürfte das Haus am Ring aufsuchen. "Die Masse ist als friedlich einzuschätzen, aber es ist jederzeit damit zu rechnen, dass Einzelne radikaler vorgehen", sagte Bachinger.

Die Vertreter der Polizei räumten ein, dass es im Vorjahr "kleine strategische Schwächen" gegeben habe. Diese seien genau analysiert worden, zudem sei die Kritik des Menschenrechstbeirats am Einsatz "sehr ernst genommen worden". Man versuche sich bestmöglich vorzubereiten, aber "der Opernball hat eine eigene Dynamik".

Eine der Konsequenzen aus der "Schlacht" des Vorjahres: Man werde mehr Funkkanäle bereitstellen, darunter einen verschlüsselten Kanal für die Führungskräfte, so die Polizei. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sollen noch genauer verteilt werden.

1.2.2002 10:22