Beleidigt mit miesem Witz gleich zwei Randgruppen

Die neue Show von Günther Jauch, die "Grips-Show" scheint sich vom Start weg zu einer Fundgrube von Skandalen und kuriosen Vorkommnissen zu entwickeln. Bei Jauch zeigte Verona Feldbusch (siehe: Verona beweist: Ich bin nicht so blöd), dass sie mit ein wenig Training gehirnakrobatische Höchsleistungen vollbringen kann. Rudi Carrel wiederum trat ohne Grips in ein peinliches Fettnäpfchen! Er erzählte einen Witz, mit dem er Schwule und Moslems zugleich verunglimpfte.
TV-Altmeister Rudi Carrell (66) sorgte bei Günther Jauch in der "Grips-Show" für einen handfesten Skandal! Nach kurzem Smalltalk mit Jauch sah sich Carrell gemüßigt einen schlechten Witz zu reißen. Der ging voll daneben! Lesen Sie selber, was er sagte und tat:
"Warum haben Moslems Angst, dass Wowereit in eine Moschee kommt?" Dann kniete Carrell auf den Boden und ahmte die Gebetshaltung der Muslime nach. Dann klärte er auf: "Weil da tausend Araber so knien."
Damit hat der bei uns schon fast vergessene Showmaster mit dem holländischen Akzent ("Am laufenden Band") gleich zwei gesellschaftliche Gruppen beleidigt. Jauch reagierte damit, dass er schnell mit dem Programm weitermachte. Doch am Ende der Sendung musste er doch die spontanen Zuschauerproteste kommentieren: "So wie Anke Engelke nicht Brahms beleidigen wollte, so lag uns auch nicht daran, den Regierenden Bürgermeister von Berlin zu verunglimpfen."
Aus dem Büro von Klaus Wowereit kam kein Kommentar zu dem Vorfall vom Sonntag. Kritisch geäußert hat sich aber ein anderes Aushängeschild der deutschen Schwulenszene: "Lindenstraße"-Star Georg Uecker, er ist bekennender Homosexueller, sagt über Carrell: "Ich bein ein Freund des politisch inkorrekten Witzes, wir Schwule stehen ja nicht unter Artenschutz. Aber das war echt ein müder Stammtischgag. Harald Schmidt kann so was besser." Der Sprecher des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayman Mayzek, kommentierte den Ausrutscher Carrells so: "Das war gar nicht witzig. Herr Carrell sollte seine Leibesübungen lieber für sinnvolle Dinge einsetzen, zum Beispiel eine Aerobic-Sendung für Senioren."
Die Verantwortlichen bei RTL untersagten gestern Mittag, das Foto des knieenden Carrell zu zeigen. Am Nachmittag entschuldigte sich Carrell: "Ich mache seit 37 Jahren Gags im deutschen Fernsehen. Über manche kann man streiten. Es lag mir aber fern, mit dem Witz irgendjemanden zu verumglimpfen." Carrell hat sich nach Berichten fürs Erste aus Deutschland vertschüsst ... Weit weg nach Las Vegas.

