Samstag, 26. Jänner 2002

Weniger Ambulanz-Patienten - Weniger Geld

Die Einnahmen aus der Ambulanzgebühr dürften deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen bleiben. Im ersten vollen Quartal, jenem von Juli bis September, wurden 1.072.000 Besuche verzeichnet. Die daraus resultierenden Einnahmen liegen fast 20 Millionen Euro unter dem angepeilten Betrag.

Die 569.000 Patienten müssen nun insgesamt 13,23 Mill. Euro (182 Mill. Schilling) berappen. Rechnet man das auf das ganze Jahr hoch, käme man auf 52,92 Mill. Euro (728 Mill. S) und bliebe deutlich unter den anfangs angepeilten 72,7 Mill. Euro (1 Milliarde Schilling). Die Vorschreibungen an die Patienten sind übrigens laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger bereits unterwegs.

Das erste Quartal der Ambulanzgebühr war wegen des späten Termins des Inkrafttretens (19. April) quasi ein Rumpfquartal. Eine echte Vergleichszahl gibt es also nicht. Klar ist allerdings, dass bei weitem nicht alle Vorschreibungen von den Patienten auch schon erledigt sind. Bis Mitte Dezember (letzte verfügbare Daten, Anm.) waren gerade einmal knapp drei Viertel, konkret 73 Prozent, der insgesamt 644.000 Fälle (betroffen waren 332.000 Patienten) bezahlt. Das heißt konkret, nur 5,81 Mill. Euro (80 Millionen Schilling) sind bis dahin den Krankenkassen zugeflossen. Fällig wären 7,85 Mill. Euro (108 Millionen Schilling).

Die Opposition sieht die Ambulanzgebühr als gescheitert an und verlangt ihre Abschaffung.

250 Schilling Gebühr
Grundsätzlich sind für einen Ambulanzbesuch 250 Schilling zu entrichten, bei Überweisungen allerdings nur 150 Schilling. Der jährliche Maximalbetrag liegt bei 1.000 Schilling. Ausgenommen sind mitversicherte Kinder und Bezieher von Waisenpensionen ohne Einkommen, medizinische Notfälle mit darauf folgender stationärer Aufnahme, rezeptgebühr-befreite Patienten, Schwangere bei Leistungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes, Dialysepatienten, Patienten mit Strahlen- und Chemotherapie sowie Organ-, Blut- und Blutplasma-Spender.

26.1.2002 09:53