Terrror vom 11. September trübte Bilanz 2001

Angst vorm Fliegen hielt fast fünf Millionen Passagiere davon ab, in einen Jet zu steigen: Das besagt die Auslastungsbilanz der europäischen Fluggesellschaften 2001. In erster Linie waren die Terrror-Anschläge in den USA an diesem Einbruch Schuld. Allein auf den Nordatlantik-Routen sind fast drei Millionen Passagiere ausgeblieben! Das teilte die Vereinigung der Europäischen Fluggesellschaften (AEA) mit.
Zugleich seien die so genannten geflogenen Passagierkilometer insgesamt um fünf Prozent zurückgegangen, unmittelbar nach dem 11. September auf den Nordatlantik-Routen zeitweise sogar um über 30 Prozent. Bei der Deutschen Lufthansa sanken diese den Angaben zufolge im Gesamtjahr um drei Prozent.
"Ladefaktor" der Flugzeuge um 3,8% geringer
Der so genannt Ladefaktor, der die Auslastung der Flugzeuge angibt, sei bei der Lufthansa um 3,8 Prozentpunkte zurückgegangen, erklärte AEA (Association of European Airlines). Die großen europäischen Konkurrenten Air France und British Airways hätten eine um 3,1 beziehungsweise 1,9 Prozentpunkte niedrigere Auslastung gemeldet.
Im Durchschnitt sei der Ladefaktor bei den europäischen Fluggesellschaften um 2,1 Prozentpunkte gesunken. Die geflogenen Passagierkilometer seien bei Air France indes um 3,6 Prozent gestiegen, bei British Airways dagegen um 12,6 Prozent zurückgegangen.
Vor Terroranschlägen war Zuwachs zu verzeichnen
Insgesamt rechneten die Europäischen Fluggesellschaften mit 196,6 Millionen Passagieren auf internationalen Strecken für 2001 nach 201,4 Millionen Passagieren im Vorjahr, erklärte die AEA. "Diese Verluste haben sich erst nach der Tragödie des 11. September eingestellt, bis dahin war die Branche für 2001 von einem leichten Zuwachs bei den Passagierzahlen ausgegangen." So sei der innereuropäische Verkehr bis zu den Anschlägen um etwa 4,5 Prozent gewachsen, danach aber um zwölf Prozent geschrumpft. Insgesamt ergebe dies einen Rückgang um 0,4 Prozent.
Größten Einbußen auf Langstrecken
Die stärksten Einbußen verzeichneten die Fluggesellschaften jedoch auf den Langstrecken, wie die AEA mitteilte. Zwar sei der Passagierverkehr auf den Nordatlantik-Routen bereits vor den Anschlägen um etwa zwei Prozent rückläufig gewesen, nach dem 11. September habe der Verlust jedoch bei über 30 Prozent gelegen.
Auf das ganze Jahr gerechnet, sei der Nordatlantik-Verkehr um 10,6 Prozent zurückgegangen. Auch die Fernost-Routen seien mit einem Rückgang um 7,1 Prozent stark betroffen. Die Auslastung sei insgesamt um 2,1 Prozentpunkte gesunken. Die vorhandenen Kapazitäten seien um 2,2 Prozent zurückgegangen.

