Mittwoch, 23. Jänner 2002

Konzern verweigert jeden Kommentar

Der deutsche Energiekonzern RWE bewirbt sich Prager Presseberichten zufolge um den tschechischen Stromerzeuger CEZ, Betreiber des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin in Südböhmen. RWE ist in Österreich Drittel-Eigentümer der Kärntner Kelag. Die tschechische Regierung verhandle derzeit mit RWE, der britischen Firma International Power und der französischen EdF, berichteten Zeitungen in Prag am Mittwoch übereinstimmend.

Das Finanzministerium bestätigte, dass es derzeit drei Interessenten für CEZ gebe. Namen wollte die Behörde jedoch nicht nennen. Ein RWE-Sprecher erklärte auf Anfrage, zu "Marktgerüchten" gebe der Konzern keinen Kommentar ab.

Tschechien bietet 67 Prozent am Staatsunternehmen CEZ plus sechs Vertriebsgesellschaften zum Verkauf an und erwartet einen Erlös von 5,7 Mrd. Euro (78,4 Mrd. S) sowie das Erfüllen mehrerer Auflagen. In den vergangenen vier Wochen waren bereits zwei Privatisierungsrunden gescheitert. Die Dortmunder RWE-Tochter RWE Gas AG hat in Tschechien bereits nahezu die gesamte Gasversorgung für 133 Mrd. Kronen (4,12 Mrd. Euro/56,7 Mrd. S) erworben. Die Prager Wettbewerbsbehörde muss diesem Deal aber noch zustimmen.

In Österreich ist RWE im Vorjahr über die RWE Plus bei der Kärntner Kelag eingestiegen und hält rund ein Drittel der Anteile am Kärntner Energieversorger. Die Kelag hat im Vorjahr die Stadtwerke Kapfenberg übernommen. In Österreich wolle RWE gemeinsam mit der Kelag expandieren hatte RWE Plus-Vorstand Klaus Bussfeld, der auch Geschäftsführer der Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH ist, an der RWE zu 49 Prozent beteiligt ist, im November vergangen Jahres in Wien erklärt.

23.1.2002 19:29