Internationaler Betrüger-Ring aufgedeckt

Neue Verhaftung beim Speditions-Skandal: Nach der ersten Festnahme gestern, wurde heute der Speditionsunternehmer Karl. K. in Haft genommen. Dem Mann werden ausbeuterische Schleuserei vorgeworfen. Mindestens 1.500 Lkw-Fahrer sollen ausgebeutet worden sein.
Im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Ausbeutung von mindestens 1.500 Lkw-Chauffeuren aus Ländern des Ostens durch ein in Niederösterreich ansässiges, international tätiges Speditionsunternehmen ist heute, Donnerstag, eine zweite Festnahme erfolgt. Nach Angaben des Niederösterreich-Journals des ORF-Radios klickten für den seit Monaten von den Behörden in Deutschland observierten Karl K. an der französisch- luxemburgischen Grenze die Handschellen. Dem Mann werde ausbeuterische Schleuserei vorgeworfen.
Karl K. soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Ihm würden bis zu zehn Jahre Haft drohen. Ein deutscher Geschäftsführer einer Subfirma ist bereits am Dienstag festgenommen worden.
"Unser Fall ist sicher nicht mit jenem bei der Firma K. ident" - das erklärte der Salzburger Spediteur Karl A. zu angeblichen Fällen illegaler Beschäftigung, die im Oktober vergangenen Jahres von der Schwerverkehrskontrolle Oberösterreich angezeigt worden waren. In den vergangenen drei Wochen habe er in rund zwölf Fällen die Urteile des Unabhängigen Verwaltungssenats (UVS) erhalten, bestätigte Augustin am Mittwochnachmittag gegenüber der APA. Der UVS gehe nicht von illegaler Beschäftigung, sondern von Arbeitskräfteüberlassung aus. Dagegen habe man Rechtsmittel ergriffen, sagte A.
"Wir haben keinen einzigen illegalen Beschäftigten", erklärte der Spediteur. Es habe eine Zeit gegeben, in der die in Ungarn - dort hat die Spedition Augustin eine selbstständige Gesellschaft - ordnungsgemäß angemeldeten Fahrer auf österreichischen Fahrzeugen unterwegs waren. Diese Lkw wären im Rahmen eines Mietvertrages der ungarischen Firma überlassen worden. Nachdem sich herausgestellt hätte, dass es damit Probleme gebe, habe man dies eingestellt, sagte A.
August Hirschbichler, der Landessekretär der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV), spricht in diesem Zusammenhang von illegaler Beschäftigung. Er bestätigte ebenfalls, dass die schriftlichen Urteile des UVS in diesen Tagen eingegangen wären. Der UVS habe die Strafverfügungen der Bezirkshauptmannschaft bestätigt, sagte Hirschbichler zur APA. Er sprach von rund 25 Fällen, die im Oktober zur Anzeige gekommen waren.
Das Problem sei, dass solche Delikte in Österreich lediglich Verwaltungsstrafverfahren nach sich zögen, kritisierte der Gewerkschafter. Die Strafen wären "mit einem Griff in die Portokassa" erledigt, sagte Hirschbichler. Er verlangte höhere Strafen und wirksamere Kontrollen.

