Dienstag, 22. Jänner 2002

Schlechtes Wetter im Süden trieb Preise in die Höhe

Katastrophe! Schnee machte im Süden, wo Obst und Gemüse auch im Winter gedeihen, viele Ernten zunichte. Die Folge: Die Österreicher berappen teilweise astronomische Preise für die gesunden Vitaminlieferanten. Im Gesamtjahr 2001 fiel die Inflation in Österreich mit 2,7% deutlich höher aus als noch zu Anfang des Jahres erwartet. Dabei legten die Preise für die täglichen Einkäufe mit zirka 4 Prozent besonders stark zu. Seit 1994 ist dies damit die höchste Teuerungsrate.

Besonders bei Obst (+ 8%), Gemüse (vor allem Gurken, Paradeiser oder Zuchini. Günstig zu erstehen sind Saisongemüse wie Kohl, Chinakohl und Karotten) und Fleisch (+6%) kam es zu immensen Preiserhöhungen. Dagegen war die Inflation im Dezember des Vorjahres rückläufig.

Im Jahresverlauf war die Teuerung zur Jahresmitte am höchsten, während der VPI in den letzten Monaten im Jahresabstand deutliche Rückgänge aufwies, teils auch bedingt durch das hohe Preisniveau von Ende 2000. Im Gesamtjahr 2000 hatte der Preisanstieg nur 2,3 Prozent betragen. Der für die Währungsunion maßgebliche HVPI lag im Jahresdurchschnitt 2001 ebenfalls bei 2,3 Prozent und damit erstmals über dem EZB-Zielwert, wie die Statistik Austria am Dienstag mitteilte.

Obst, Genußmittel, Bildung und Gesundheit teurer
Deutlich über dem Durchschnitt zulegt haben unter den insgesamt 12 Hauptgruppen die vier Bereiche Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak, Gesundheitspflege sowie Unterrichtsdienstleistungen. Die Preise für Ernährung legten um 3,6 Prozent zu, für alkoholische Getränke und Tabak um 4,2 Prozent, für Gesundheitspflege um 5,8 Prozent und für Erziehung und Unterricht sogar um 10,0 Prozent, wobei hier neben Preiserhöhungen auch Gebührenanpassungen spürbar wurden.

Die stärksten Preissteigerungen bei Lebensmitteln gab es laut Statistik Austria im Vorjahr bei Obst (+8 Prozent) und bei Fleisch (+6 Prozent), wobei sich Schweinefleisch sogar um stattliche 10 Prozent verteuerte. Mit Ausnahme der Alkoholfrei-Gertränke (-1 Prozent) wurden im Jahresschnitt keine Verbilligungen registriert. Dort, "wo es um den täglichen Einkauf geht, ist die Teuerung mit zirka 4 Prozent überdurchschnittlich hoch", so die Statistiker.

Auch Gebühren zogen deutlich an
Die deutlichsten Verteuerungen registrierten die Preisermittler im Vorjahr bei diversen Arten von Gebühren. So mussten Autofahrer seit Anfang 2001 um 82 Prozent mehr als 2000 für die Autobahnvignetten zahlen. Zusätzlich wurden im Lauf des Jahres die Kosten für Auto-Versicherungen erhöht. Im Gesundheitsbereich wurde Anfang 2001 der allgemeine Kostenbeitrag in Spitälern um 26 Prozent angehoben. Im Mai erfolgte die Einführung der Ambulanzgebühr (+72 Prozent). Die neu eingeführte Studiengebühr ergibt nach dem so genannten Indexkonzept von Laspeyres rein rechnerisch einen Anstieg um 393 Prozent. Die Mieterhöhungen blieben mit +2,8 Prozent im Rahmen des allgemeinen VPI, die Eigentumswohnungs-Betriebskosten sanken sogar um 2 Prozent. Pauschalreisen verteuerten sich um 4 Prozent, während die Preise bei Restaurants und Hotels mit 2,5 Prozent weniger stark zulegten.

Teils starke Verbilligungen gab es 2001 dagegen bei EDV-Geräten um 22 Prozent und Fotogeräten um 7 Prozent. Im einzelnen wurden Personal Computer (PC) um 26 Prozent billiger, Digitalkameras um 21 Prozent. Das Preisniveau für die Nachrichtenübermittlung sank um 1,0 Prozent. Hier schlugen sich vor alem Verbilligungen für Telefonapparate um 9 Prozent und bei Telefondienstleistungen um 1 Prozent nieder.

Inflation im Dezember rückläufig
Dagegen ist die Inflation in Österreich im Dezember weiter zurückgegangen. Mit 1,9 Prozent Teuerungsrate im Jahresabstand lag der Preisanstieg um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert von November (2,1 Prozent) bzw. über einen halben Prozentpunkt unter dem Niveau der vergangenen Monate.

Im Oktober lagen die Verbraucherpreise noch 2,5 Prozent über Vorjahr, im September um 2,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat November 2001 stiegen die Preise um 0,2 Prozent, gab die Statistik Austria am Dienstag bekannt. Der für die Währungsunion errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Dezember 1,8 Prozent über Vorjahr, im November waren es noch 1,9 Prozent.

22.1.2002 11:10