Montag, 21. Jänner 2002

GlaxoSmithKline: "Antiraucher-Pille bleibt"

In Grossbritannien starben laut staatlicher Medikamentenaufsicht 57 Menschen nach der Einnahme der Anti-Raucher-Pille Zyban. In Deutschland gab es vier Todesopfer. Dennoch bleibt das umstrittene Mittel auf dem Markt: Pharma-Riese GlaxoSmithKline sieht keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen mehreren Todesfällen und der Einnahme des Medikamentes.

Der britische Pharmariese GlaxoSmithKline will das Antiraucher-Mittel Zyban trotz zahlreicher Todesfälle, die möglicherweise mit dem Medikament in Zusammenhang stehen, vorerst nicht vom Markt nehmen. "Mir ist von solchen Überlegungen nichts bekannt", sagte ein Firmensprecher dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

57 Todesopfer in Großbritannien
Die staatliche Medikamentenaufsicht hatte zuvor mitgeteilt, dass in Grossbritannien 57 Menschen nach der Einnahme von Zyban gestorben seien. Es lägen jedoch keine Beweise für einen direkten Zusammenhang vor, waren sich die Aufsichtsbehörde und Firmensprecher einig.

Zyban wird seit Juli 2000 von der britischen Pharma-Gruppe GlaxoSmithKline vertrieben. Im ersten Jahr wurde es in Deutschland rund 330.000 Patienten verschrieben, da es als Wundermittel gegen das Rauchen gilt. Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte werden in Deutschland bisher vier Todesfälle damit in Verbindung gebracht.

21.1.2002 13:55