Freitag, 25. Jänner 2002

"Fußball-Gipfel" brachte Einigung im "Fall Feldhofer"

Beim "Fußball-Gipfel" am Donnerstag kündigte Kartnig an, dass sich der SK Sturm künftig wieder an das Gentlemen Agreement zur "9+9-Spielberichtsregelung" halten werde. Der Sturm-Präsident kündigte aber auch an, dass er gegen Magna-Sportchef Peter Svetits eine Klage wegen Ehrenbeleidigung bzw. Ruf- und Kreditschädigung einbringen werde. "Nunmehr ist der Punkt erreicht, wo ich dem Herrn Svetits einmal die Grenzen seiner maßlosen Arroganz aufzeigen muss", teilte Kartnig in einer Stellungnahme mit.

"Dass er (Svetits) nunmehr den SK Sturm und mich durch den Kakao ziehen möchte, kann ich nicht mehr akzeptieren. Zudem wirft er mir in Bezug auf das Thema Eishockey Dinge vor, die jeder Grundlage entbehren", so der Sturm-Präsident. "Herr Svetits begeht mittlerweile verbale Amokläufe und schädigt den österreichischen Fußball in der Öffentlichkeit. Auf solche Personen kann die Bundesliga gerne verzichten. Herr Svetits ist untragbar. Aufgrund der persönlichen, schweren Vorwürfe werde ich den Rechtsweg beschreiten und eine Klage wegen Ehrenbeleidigung bzw. Ruf- und Kreditschädigung einbringen."

Svetits hatte in der Donnerstagausgabe einer Tageszeitung u.a. folgendes über Kartnig gesagt: "Schon in seiner Zeit als Boss beim Grazer Eishockeyklub hat er für eine Ausländerschwemme gesorgt. Dann hat er sich verabschiedet, der Klub ging in Konkurs."

Kartnig will sich wieder an Gentlemen Agreement halten
Sturm-Graz-Präsident Hannes Kartnig und damit auch der Klub selbst wollen sich künftig in der max.Bundesliga wieder an das Gentlemen Agreement zur "9+9-Spielberichtsregelung" halten. Dies ergab am Donnerstag in Wien ein "Gipfel" zu diesem Thema im Ministerium für öffentliche Leistungen und Sport. Alle beteiligten Parteien kamen überein, dass die von Kartnig vorgebrachten Argumente im "Fall Feldhofer" mit dem Bruch des Gentlemen Agreements in keinem Zusammenhang stehen.

Im "Fall Feldhofer" wird es aber noch zu einem Schlichtungsgespräch kommen, bei dem eine für alle Beteiligten zufrieden stellende Lösung (Ausbildungsentschädigung) erzielt werden soll. An dem Gespräch beteiligten sich Sportministerin Susanne Riess-Passer, ÖFB-Präsident Beppo Mauhart, sein designierter Nachfolger Friedrich Stickler, ÖFB-Generalsekretär "Gigi" Ludwig, von der Bundesliga Reinhard Nachbagauer (Bild) und Rudolf Quehenberger, Gewerkschafter Rudolf Novotny, von der Spieler-Vereinigung Gernot Zirngast sowie Sturm-Präsident Hannes Kartnig.

Riess-Passer kündigte Berufssportgesetz-Entwurf an
Riess-Passer kündigte an, möglichst rasch einen Entwurf für ein Berufssportgesetz ausarbeiten zu lassen. Damit soll den Besonderheiten im Profisport Rechnung getragen werden, damit vergleichbare Fälle in Zukunft verhindert werden. Zudem wurde vereinbart, einen "Runden Tisch" zu installieren, an dem über die Möglichkeiten einer gezielten Förderung von österreichischen Spielern für die Nationalmannschaft diskutiert werden soll.

25.1.2002 21:41