Freitag, 25. Jänner 2002

Andreas Schifferer überraschend Vierter

Die schnellen Disziplinen bleiben in dieser Saison weiter die österreichische Domäne. Auch am Samstag in Garmisch-Partenkirchen war im 100. Super G der Weltcup-Geschichte ein Österreicher voran. Fritz Strobl sicherte sich auf der Kandahar-Piste seinen achten Weltcup-Erfolg, den zweiten im Super G. Mit einer sauberen Fahrt ließ der 29-jährige Kärntner der Konkurrenz keine Chance. Beim zweiten Super G am Sonntag sind Sie seit 11.00 Uhr auf NEWS-Networld LIVE dabei.

Platz zwei ging an den Schweizer Didier Cuche vor dem Sieger der bisherigen zwei Super G, Stephan Eberharter. Andreas Schifferer meldete sich als Vierter wieder zurück, mit Hans Knauß (8.) und Christoph Gruber (10.) kamen zwei weitere ÖSV-Läufer in die Top Ten.

Strobl schraubte die rot-weiß-rote Super-G-Erfolgsbilanz mit seinem Sieg weiter nach oben, es war der 40. Weltcup-Triumph eines Österreichers im 100. Rennen. Für den Kärntner war es der zweite nach der WM-Generalprobe in St. Anton im Jahr 2000, damals hatte er sich den Sieg allerdings mit Werner Franz teilen müssen. Diesmal feierte er aber endlich seine "Single-Premiere". Vor den Augen seines Sohnes Mario und seiner Frau Bettina und auf derselben Strecke, auf der er im Vorjahr auch eine Abfahrt für sich entschieden hatte.

Über ersten Platz fast erschrocken
"Mir liegt Garmisch, mir liegt das warme Wetter und meine Familie bringt mir anscheinend Glück. Denn nach Garmisch darf der Mario immer mit", erklärte Strobl. Sein zweiter Sprössling, der acht Monate alte Simon, musste hingegen (noch) bei der Oma bleiben. Zum überlegenen Sieg reichte es aber trotzdem, vor allem dank einer starken Fahrt im oberen Teil, nach einer Minute hatte er schon eine Sekunde Vorsprung. "Oben war es ein perfektes Rennen mit perfektem Material, bei der Zielkurve hatte ich allerdings einen Fehler. Als dann im Ziel die Nummer eins aufschien, war ich deswegen fast erschrocken."

Gendarm war schneller als Polizei erlaubt
Umso größer war die Erlösung. "Ich habe gezeigt, dass ich auch im Super G sehr gut bin. Im Training ist es zwar immer gut gegangen, aber im Rennen habe ich nie einen Lauf von oben bis unten geschafft." Diesmal konzentrierte sich der Gendarm auf das Wesentliche - und war für die anderen schneller als die Polizei erlaubt. "Ich habe nicht an Olympia gedacht, wollte einfach nur so fahren, wie ich es kann, nichts Großartiges probieren. Und das ist perfekt aufgegangen", lautete das simple Erfolgsgeheimnis.

Eberharter im Weltcup mit 201 Punkten Vorsprung
Der zweifache Saisonsieger Stephan Eberharter musste sich in den schnellen Disziplinen erstmals in diesem Jahr nach Siegen in Wengen und Kitzbühel geschlagen geben, stand aber als Dritter wieder auf dem Podest. "Ich habe die Schwünge zwei, drei Mal angedriftet, es hat nicht ganz gepasst. Und ich habe oft gesagt, dass man nicht immer gewinnen kann. Aber für morgen werde ich mir sicher was einfallen lassen", erklärte der im Weltcup mit 201 Punkten Vorsprung auf den Norweger Kjetil-Andre Aamodt weiter überlegen führende Tiroler.

Schifferer ist wieder da
Wie hart der Kampf um das Olympia-Ticket auch im Super G wird, bewies das erste von zwei Rennen im Werdener Land aber ein weiteres Mal. Denn am Samstag meldete sich auch Andreas Schifferer mit dem vierten Platz wieder zurück. Der Salzburger hat nun Hoffnungen, doch nach Salt Lake mitgenommen zu werden. "Ich habe vor diesen Rennen die Homepage www.olympiaticket.at ins Leben gerufen, jetzt hoffe ich, dass es www.olympiaticket.com wird", scherzte der Radstädter. "Ich habe nach der verpatzten Saison bisher auf Olympia gesetzt, wollte sozusagen noch einmal neu anfangen. Und das ist ja ganz gut gelungen. So gut, dass ich gerne nachlegen würde: Am Sonntag kann es schon www.stockerlplatz.com heißen."

Qual der Wahl für Olympia
Aber auch Knauß und Gruber, der auch im dritten Super G der Saison in den Top Ten zu finden war, sind weiter im Rennen. Dazu kann auch Hannes Trinkl am Sonntag nach seinem elften Platz nachlegen. Überhaupt präsentierte sich das ÖSV-Team weiter in bestechender Form: Christian Greber fuhr mit hoher Nummer auf den ausgezeichneten 13. Platz unmittelbar vor dem jungen Stephan Görgl, Klaus Kröll sammelte nach Rang zehn in Kitz mit dem 21. Platz wieder Weltcup-Punkte, die auch der Vorarlberger Christoph Alster als 26. das erste Mal in seiner Karriere einfuhr.

Deutscher Rauffer im Pech
Pechvogel das Tages war der Deutsche Max Rauffer. Ihm fehlte noch ein Platz in den Top 15 zur Olympia-Qualifikation, doch gleich am Start brach ihm der Stock, trotzdem fuhr er auf Rang 17. Nun darf er aber trotzdem hoffen, als zweiter deutscher Herr nach Utah zu fahren: Weil acht Österreicher vor ihm liegen, könnten quasi "intern" zumindest zwei ÖSV-Fahrer gestrichen werden - und Rauffer wäre bei Olympia.

Ergebnisse Herren-Super G in Garmisch

1.
Fritz Strobl
AUT

1:20,10 Min.
2.
Didier Cuche
SUI

+0,50 Sek.
3.
Stephan Eberharter
AUT

+0,69
4.
Andreas Schifferer
AUT

+0,74
5.
Didier Defago
SUI

+0,84
6.
Kjetil-Andre Aamodt
NOR

+1,07
7.
Fredrik Nyberg
SWE

+1,34
8.
Hans Knauß
AUT

+1,38
9.
Daron Rahlves
USA

+1,39
10.
Christoph Gruber
AUT

+1,43
11.
Hannes Trinkl
AUT

+1,56
12.
Pierre-Emanuel Dalcin
FRA

+1,95
13.
Christian Greber
AUT

+2,05
14.
Stephan Görgl
AUT

+2,11
15.
Tobias Grünenfelder
SUI

+2,15

weiter:



21.
Klaus Kröll
AUT

+2,38
27.
Christoph Alster
AUT

+2,58
39.
Peter Rzehak
AUT

+3,00

Ausgeschieden u.a.: Franco Cavegn (SUI)

25.1.2002 13:02