Samstag, 26. Jänner 2002

US-Amerikaner stieß in neue Dimensionen vor

Nach seinem Abstecher zum Weltcup-Kurzbahn-Finale in Berlin hat Maxim Podoprigora am Montag schon wieder im Wiener Amalienbad trainiert. Mit seinen Leistungen im Becken der Langbahn-EM (29. Juli bis 4. August) war der 23-Jährige zufrieden, auch wenn er von Superstar Ed Moses klar in den Schatten gestellt wurde. Der US-Amerikaner schwamm zuletzt innerhalb von acht Tagen fünf auf alle Bruststrecken verteilte Weltrekorde. Als Krönung drückte er am Samstag die Bestmarke auf den 200 m auf 2:03,17 Min.

Moses gilt spätestens seit diesen Tagen als Revolutionär des Brustschwimmens. "Andere würden sich wahrscheinlich die Beine brechen", sagt der Student der Sportmedizin über seine extrem ausgeprägte Beweglichkeit der unteren Extremitäten. Diese katapultiert den 21-Jährigen im Wasser zu unglaublichen Leistungen - ähnlich wie einst die des Leichtathleten gleichen Namens über die 400 m Hürden.

Weltrekord unter zwei Minuten
Die 2:03,17 sollen nicht der letzte Weltrekord gewesen sein, denn Moses sieht kein Limit und hat die zwei Minuten im Visier. Dabei ist er ein Exot. Nach eigenen Angaben geht er dem Leistungssport Schwimmen erst seit 1998 ernsthaft nach. Zuvor hatte er sich ganz dem Golf verschrieben und soll es als Jugendlicher bis zum Handicap vier gebracht haben. "Aber ich habe ein besonderes Talent zum Brustschwimmen", so der Ausnahmekönner.

Podoprigora konzentriert sich auf WM in Moskau
Moses ist ein Kämpfer mit viel Selbstvertrauen, so wie Podoprigora. Denn auch der gebürtige Ukrainer hält nichts für unmöglich: "Ed ist mir symphatisch. Er ist ziemlich motiviert und hat hohe Ziele. In diese Richtung gehe auch ich. Ich glaube auch, dass man unter zwei Minuten schwimmen kann - vielleicht schon nächstes Jahr", so der Wiener. "Jetzt konzentriere ich mich aber auf die WM in Moskau. Aus dem Training war ich noch nie so schnell wie in Berlin. 2:04 müssten bei der WM drinnen sein, vielleicht 2:03."

26.1.2002 18:29