Vier Olympia-Neulinge bei den Damen

Ein Alpinteam ausschließlich aus Kärnten und Salzburg sowie die Tiroler Freestylerin Nici Pederzolli kämpfen bei Olympia in Salt Lake City für Österreich um Snowboard-Medaillen. Die Alpin-Mannschaften wurde am Freitag am Rande des Weltcups am Kreischberg bekannt gegeben. Bei den Herren wurden Sigi Grabner (K), Dieter Krassnig (K), Stefan Kaltschütz (K) und Alex Maier (S) nominiert, bei den Damen kommen mit Doris Günther, Maria Kirchgasser-Pichler sowie den Schwestern Manuela und Claudia Riegler alle vier Starterinnen aus Salzburg.
Österreich tritt in Salt Lake mit einem enorm starken Team an. Bei den Herren haben Grabner, Kaltschütz und Maier in dieser Saison im olympischen Parallel-Riesentorlauf bereits Weltcup-Rennen gewonnen, Krassnig, Olympia-Vierter in Nagano, ist zwei Mal aufs Podest gefahren. Bei den Damen war die Entscheidung etwas knapper, weil nur die zweifache Saisonsiegerin Günther für herausragende Ergebnisse gesorgt hatte. Halfpipe-Fahrerin Pederzolli war nach zwei Siegen sportlich unumstritten, sie hatte aber bekanntlich das nachträgliche Okay der FIS benötigt.
Die Besten und Schnellsten
"Das Kriterium war insgesamt, nach Salt Lake fahren zu lassen, egal wo sie ihre Brötchen verdienen," sagte Damentrainer Walter Hinterhölzl in Anspielung darauf, dass einige ÖSV-Starter/innen ja auch noch dem ISF-Lager angehören. "Die Entscheidung fiel rein nach der Ergebnis-Statistik", betonte Hinterhölzl. Herren-Cheftrainer Herbert Ruhdorfer: "Ich bin froh, dass wir aus dem Vollen schöpfen konnten. Lieber habe ich die Qual als nur vier. Der Druck der Qualifikation war sehr groß, ich gratuliere denen, die es geschafft haben."
Gitti Köck nicht dabei
Bei den Damen sind nur Olympia-Neulinge am Start, weil sich aus dem Nagano-Quartett keine - inklusive der Bronzemedaillengewinnerin Gitti Köck - für die Spiele vier Jahre später qualifizieren konnte. Bei den Herren haben Grabner und Krassnig bereits olympische Erfahrung. "Ich werde es diesmal lockerer angehen, kann mit dem Olympia-Druck sicher besser umgehen", ist der in Nagano gestürzte Grabner überzeugt. Er ist immer noch überzeugter ISF-ler, hat sich aber notgedrungen über den FIS-Weltcup qualifiziert. Herminator-Bruder Alex Maier ist erstmals bei Olympia und bedauert: "Es stört mich, dass Hermann nicht dabei ist. Es wäre sicher lustig geworden."
Pederzolli freut sich
Auch Pederzolli war in Japan schon mit von der Partie. "Ich hätte damals nicht gedacht, dass ich noch mal zu Olympia kommen. Die letzten Wochen waren nervenaufreibend, deshalb freut es mich umso mehr", sagte die 27-jährige Innsbruckerin.
Nagano war enttäuschend
Auch in Nagano, als Snowboard erstmals olympisch war, waren Österreichs Boardern mehrere Medaillen zugetraut worden. Außer Bronze für Köck hatte es damals aber nur Enttäuschungen bzw. Skandale gegeben. Diesmal liegt die Latte nicht ganz so hoch. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel "fordert" lediglich eine Medaille.
