Dienstag, 22. Jänner 2002

Attacken gegen Magna-Duo Stronach & Svetits

Frank Stronach, Präsident der Fußball-Bundesliga, und Peter Svetits, sein Sportdirektor im MAGNA-Konzern, sind ins Schussfeld der Kritik geraten. Der scheidende ÖFB-Chef Beppo Mauhart erklärte in einem Interview zum Grund für seinen Rückzug: "Ich wollte dem Österreichischen Fußball-Bund einen Präsidenten Frank Stronach ersparen". Bereits zuvor hatten Sturm-Präsident Hannes Kartnig und Rapid-Manager Werner Kuhn an Svetits kein gutes Haar gelassen.

"Es hat für mich im Wahlausschuss wie für einen alleinigen Kandidaten erforderlich keine Zweidrittel-Mehrheit gegeben, nachdem der steirische Landesverbands-Präsident sich für Stronach aussprach. Eine Konfrontation zwischen mir und Stronach um die ÖFB-Präsidentschaft wäre eine große Gefahr gewesen und daher auch zu vermeiden, daher zog ich die Konsequenzen", erklärte Mauhart in Vigaun, wo er am Dienstag seinen Kuraufenthalt beendete.

EM-Projekt
Um Stronach unbedingt zu verhindern, wäre die Wahl für Friedrich Stickler sozusagen als Kompromisskandidat das Vernünftigste gewesen. "Er wird für Kontinuität sorgen", ist der Noch-Präsident überzeugt, dessen Rückzug "das Beste ist, was ich für den ÖFB noch tun konnte." In der noch verbleibenden Zeit werde er sich intensiv einigen Projekten widmen, vor allem der gemeinsamen EM-Bewerbung mit der Schweiz. Nach seiner Amtszeit, die er am 30. Juni 1984 angetreten und in sechs Mal drei Jahren ausgefüllt hatte (keiner seiner Vorgänger amtierte so lange) wird Beppo Mauhart den Fußball vor allem "nur noch als Zuschauer" genießen.

Attacken gegen Stronachs rechte Hand, Peter Svetits
"Er (Svetits) hat sich in merkwürdigster Art und Weise zum GAK-Präsidenten aufgeschwungen und sich dann als Sportdirektor verabschiedet", teilte Kartnig in einer Pressemitteilung mit. Für Werner Kuhn ist Svetits "verantwortlich dafür, dass der Fußball-Markt in Österreich zerstört wird und die Preise unverantwortlich neu bestimmt werden. Ich weiß aber auch, was er schon in Graz veranstaltet hat." So musste Svetits im Frühjahr 2000 eingestehen, dass Zeljko Radovic beim GAK gleich vier Verträge unterschrieben hatte. Nach dem Wechsel von Radovic zu Rapid geriet dieses Thema allerdings in Vergessenheit.

In seiner Amtszeit beim GAK - als Manager, Vizepräsident, Kassier und später Präsident sowie Sportdirektor - hatte Svetits jedoch noch für zahlreiche andere pikante Momente gesorgt. So wurden Abmachungen mit Spielern trotz eines gültigen Kontraktes nicht eingehalten, der Niederländer Bernhard Schuiteman verklagte deshalb die "Rotjacken". Ex-GAK-Präsident Harald Fischl hatte Svetits ein Jahr zuvor gar öffentlich und via Kleine Zeitung der Lüge bezichtigt: "Ich habe ja nichts gegen Svetits, aber was er an die Öffentlichkeit transportiert, ist schlichtweg gelogen."

Für Svetits-"Erzfeind" Hannes Kartnig ist der Burgenländer schon seit längerer Zeit ein rotes Tuch: "Es scheint die typische Art des Herrn Svetits zu sein, auf allen Ebenen mit dem Ausstreuen von Gerüchten eine größtmögliche Verunsicherung und Unruhe erzeugen zu wollen." Mittlerweile sind anderen Vereinen aber auch die vielen Positionen der rechten Hand von Frank Stronach ein Dorn im Auge.

So übernahm der MAGNA-Sportchef zu Jahresbeginn nach dem Rücktritt von Austria-Präsident Georg Sattler (dem die Alleingänge von Svetits in der Personalpolitik zu viel waren) dessen Sitz im Bundesliga-Aufsichtsrat. Darüber hinaus war Svetits auch als Bundesligavertreter im ÖFB-Wahl-Ausschuss vertreten. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger meinte zu dieser Machtfülle: "Ich habe Herrn Svetits nicht mit meiner Vertretung beauftragt."

22.1.2002 09:08