Kaderbekanntgabe am Montag

Der Countdown für die am 8. Februar beginnenden Olympischen Winterspiele in Salt Lake City geht in die Endphase. Am Montag wird man wissen, wie viele Aktive Österreich in Utah vertreten werden. Um 11:00 Uhr gibt ÖOC-Präsident Leo Wallner das Aufgebot bekannt. Man darf aber davon ausgehen, dass es mehr als 90 Teilnehmer/innen umfassen wird und somit nach Nagano (105) das zweitgrößte ÖOC-Team auf Medaillenjagd geht. Auf Rang drei in dieser Teilnehmer-Rangliste rangiert derzeit Innsbruck 1976 mit 89 Aktiven.
Ob es wie zuletzt in Japan ebenfalls über 100 Teilnehmer/innen sein werden oder "nur" über 90, hat der ÖOC- Vorstand am Sonntag Abend bzw. Montag Vormittag zu entscheiden. Denn noch gibt es etliche "Problemfälle", über die eingehend diskutiert werden muss. Und da bleibt abzuwarten, ob man sich strikt an die Qualifikationskriterien hält oder doch etwas Nachsicht walten läßt. Außerdem geht es im Biathlon, Skispringen und in der Nordischen Kombination darum, ob ein zusätzlicher sechster Athlet genehmigt wird.
"Wir wollen niemand verhindern", lautet der grundsätzliche Standpunkt von ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth. Gleichzeitig verweist er aber auch darauf, dass manche Sportler/innen bisher eben noch nicht die geforderten Normen erfüllt haben. Das gilt vor allem für die Eiskunstläuferin Julia Lautowa, die frühere Eisschnellauf-Olympiasiegerin Emese Hunyady, den Freestyler Christian Rijavec und den Bob-Vierer.
Grenzfall Lautowa
Lautowa hat zuletzt mit dem 12. EM-Rang das A-Limit klar verpasst, doch wird das vom Verband zum Teil auf eine Benachteiligung durch die Preisrichter zurück geführt. Mit einem Video möchte Präsident Hans Kutschera dies belegen, doch laut Jungwirth werde man sich diese Aufnahme "sicher nicht anschauen". Hunyady und Rijavec waren zuletzt durch Verletzungen in ihrer Vorbereitung massiv beeinträchtigt und bei ihnen wird es davon abhängen, ob man die jüngsten Leistungen (Hunyady-Zeit in Klobenstein bzw. Platz zehn in Lake Placid) als ausreichend erachtet. Rijavec hat am Wochenende in Blackcomb noch eine Gelegenheit, mit einem Spitzenplatz alles klar zu machen.
Grenzfall Vierer-Bob
Offen ist laut Jungwirth auch noch die Entsendung eines Bob-Vierers, der in diesem Weltcup-Winter nur einen achten Platz (auf der Heimbahn in Igls) als bestes Resultat zu Buche stehen hat. Hier hängt es eventuell davon ab, wie Wolfgang Stampfer und Co. am Wochenende in La Plagne - diese Bahn ähnelt jener in Salt Lake City - abschneiden. Und dann gibt es auch noch die Neo-Österreicherin Anna Sprung (Biathlon), die Walter Mayer gerne im ÖOC-Team hätte, oder Veronika Windisch (Short Track). Die Steirerin hat zwar die ÖOC-Kriterien klar verpasst, verfügt aber über einen internationalen Quotenplatz.
Die Einkleidung für Olympia wird am Sonntag (ab 14:00 Uhr) und Montag (ab 09:00) im Wiener Hotel Hilton vorgenommen, wobei die Snowboarder/innen am Sonntag den Anfang machen. Der Rest folgt am Montag, allerdings sind so manche (u.a. die in Japan engagierten Skispringer, die Rodler Prock, Margreiter und Kleinheinz, die in La Plagne trainieren) davon befreit. Am Montagabend (ab 20:00 Uhr) gibt es in den Ringstraßen-Galerien ein Abschiedsfest, bei dem auch etliche frühere Olympia-Medaillengewinner (Trixi Schuba, Wolfgang Schwarz, Hubert Raudaschl etc.) erwartet werden. Und am Dienstag folgt in der Hofburg die Vereidigung durch Bundespräsident Thomas Klestil.
Österreichs mögliche Olympiastarter nach Sportarten:
Eishockey 23, Ski alpin 22, Rodeln 10, Snowboard 9, Langlauf 7, Nordische Kombination, Skispringen, Biathlon (jeweils 5/6), Bob (2 oder 7), Skeleton (2/3), Freestyle (1/2), Eisschnelllauf (Hunyady?), Eiskunstlauf (Lautowa?),
