Samstag, 26. Jänner 2002

FP-Klubchef Westenthaler kann sich das vorstellen

In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT läßt FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler mit einer überraschenden Überlegung aufhorchen. Er könne sich vorstellen, so Westenthaler, daß Jörg Haider als Klubobmann von Kärnten ins Parlament zurückkehrt: "Das ist vorstellbar.

Jörg Haider könnte sich, was Inhalte und Koordinierung anlangt, zum Beispiel als Klubobmann im Parlament deutlich einbringen. Es liegen doch 350 Kilometer zwischen Wien und Klagenfurt. Ich bin mir sicher, daß es dann zu einer noch effizienteren innerparteilichen Kommunikation kommen würde." Der Klubobmann weiter: "Jörg Haider hat das Recht auch zu bundespolitischen Fragen Stellung zu beziehen. Er ist einer der Architekten dieser Regierung, erfolgreichster Politiker der letzten 15 Jahre und er hat die FPÖ zu dem gemacht, was sie ist.

Über Stilfragen kann man reden, aber mir sind Politiker mit Emotionen immer lieber, als irgendwelche Langweiler." Westenthaler selbst würde bei einem bundespolitischen Haider-Combeback ohne Murren als einfacher Nationalrat im Parlament bleiben: "Es wäre mir eine Ehre, ein Klubobmann Haider würde uns bundespolitisch sehr helfen. Ich sitze dann zum Beispiel in der vorletzten Reihe im Parlament, neben meinem lieben Freund, dem Wiener Abgeordneten Gerhard Bauer."

Haiders Rückkehr an die Spitze der FPÖ sei jedoch kein Thema. Westenthaler: "Ich bin der vollsten Überzeugung, daß Susanne Riess-Passer ihre Arbeit hervorragend gemacht hat. Um den weiteren Erfolg dieser Bewegung sicherzustellen, muß Sie mit einem überzeugenden Votum beim anstehenden Parteitag wiedergewählt werden." Westenthaler wirft Teilen der FPÖ auch vor, Riess-Passer nicht genügend zu unterstützen: "Wir haben das Problem, daß die Parteichefin in brenzligen Situationen von manchen einfach im Stich gelassen wird. Die Arbeit von Susanne Riess-Passer wird zum Teil innerparteilich nicht gebührend honoriert. Es gibt mir zuwenig Anerkennung und Respekt für diese nervenzerreissende, aber sehr erfolgreiche Arbeit. Es ist Aufgabe der Partei, sich beim kommenden Parteitag dafür erkenntlich zu zeigen. Jede andere Partei würde sich eine solche Parteichefin wünschen."

Lesen Sie die ganze Story in der neuen Ausgabe von FORMAT.

26.1.2002 08:34