Mittwoch, 23. Jänner 2002

"Der General hat bisher nur geredet"

Einen Tag nach dem Terroranschlag mutmaßlicher Moslemextremisten auf ein US-Kulturzentrum in Kalkutta hat Indien den Ton gegenüber Pakistan verschärft. "Der General (und pakistanische Präsident Pervez Musharraf) hat bisher nur geredet, aber noch nichts unternommen, terroristische Aktivitäten zu unterbinden", sagte der indische Entwicklungsminister M. Venkaiah Naidu am Mittwoch im Süden des Landes.

Die Tat erinnere daran, dass weiter militante Moslems aus Pakistan mit Terroraktionen gegen Indien zielten. Im Zusammenhang mit dem Anschlag, bei dem am Vortag fünf Polizisten getötet und 20 Menschen verletzt worden waren, waren sechs Verdächtige festgenommen worden.

Indiens Verteidigungsminister George Fernandes sagte vor Journalisten in Neu-Delhi, ein Truppenrückzug an der indisch-pakistanischen Grenze komme vorerst nicht in Frage. Zuerst müsse Islamabad gegen "grenzüberschreitenden Terrorismus" vorgehen.

In der Stadt Maisuma nahe der kaschmirischen Hauptstadt Srinagar kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, wie UNI weiter meldete. Auslöser sei die Festnahme mehrerer verdächtiger Personen gewesen. Die Polizei habe Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt, nachdem sie mit Steinen beworfen worden sei.

23.1.2002 16:56