Verbleib in Landesregierung vorerst unklar

Der Tiroler SPÖ-Vorsitzende LHStv. Herbert Prock soll bei einem Landesparteitag Anfang Mai abgelöst werden. Dies kündigte Prock selbst am Dienstag in einer Pressekonferenz an. Nachfolger könnte der Bürgermeister der Unterinntaler Gemeinde Kundl, LAbg. Hannes Gschwentner, werden.
Mit seiner Entscheidung, sich vom Parteivorsitz zurückzuziehen, habe er der Partei "eine Zerreißprobe" ersparen wollen, sagte der Tiroler SP-Chef LHStv. Herbert Prock Dienstag in der Pressekonferenz. Im Hinblick auf die ÖVP sei die Situation der SPÖ "sehr schwierig". Das Schlimmste wäre daher "ein Riss in der Partei". Persönlich sei er "enttäuscht", dass er nicht alles umsetzen habe können, was er sich vorgenommen habe. "Wer arbeitet, der macht auch Fehler", meinte Prock.
Für Regierungsarbeit oder weitere politische Aufgaben stehe er zur Verfügung, "wenn mich jemand fragt", betonte Prock. Er werde aber einen neuen Parteiobmann nicht an der Übernahme von Regierungsverantwortung hindern. Er gehe auch davon aus, dass das Koalitionsabkommen mit der ÖVP eingehalten werde. Auch die Mehrheitspartei habe einen Obmannwechsel durchgeführt und die Koalition trotzdem fortgesetzt.
Nicht ausschließen wollte Prock, dass es neben LAbg. Hannes Gschwentner auch weitere Kandidaten für das höchste Parteiamt geben könnte. "Es gibt gute Leute in der SPÖ, drei Wochen vor dem Parteitag endet die Bewerbungsfrist", sagte Prock. Es sei aber etwas anderes, wenn ein Herausforderer gegen die amtierende Parteiführung antrete oder sich mehrere neue Kandidaten um die Obmannfunktion bewerben. "Verfrüht" sei außerdem die Entscheidung, ob Parteiobmann und Spitzenkandidat bei der nächsten Landtagswahl in einer Person vereint sein sollten. Er gehe aber "zu 99,9 Prozent" davon aus, dass beide Funktionen von einer Person ausgeübt werden.
Über seine berufliche Zukunft wollte Prock vorerst keine näheren Angaben machen. Unter anderem nannte er eine Rückkehr in die Medienlandschaft, Aktivitäten im kulturellen Bereich oder in der Politik.
Der ebenfalls in der Pressekonferenz anwesende Kitzbühler SP-Bezirkschef LAbg. Alois Leiter meinte, er hoffe, dass "das politische Talent Prock" der Partei weiter zur Verfügung stehe. In den Bezirken habe es Kritik an der Person Procks gegeben. Details wollte Leiter nicht nennen.
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