Montag, 21. Jänner 2002

Polizei und Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft

Indien befürchtet Terroranschläge anlässlich der Feierlichkeiten zum höchsten buddhistischen Festtag in der ostindischen Stadt Bodhgaya. Angaben der Polizei zufolge gibt es geheimdienstliche Hinweise darauf, dass der Bodhgaya-Tempel Ziel terroristischer Anschläge werden könnte.

An den so genannten Kalchakra-Puja-Feierlichkeiten nehmen zwei der höchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus teil.

In dem Tempel 130 Kilometer nordöstlich von Patna treffen sich seit Montag zehn Tage lang zehntausende Buddhisten aus aller Welt. An der Stelle des heutigen Tempels soll der Religionsgründer Gautama Siddharta erleuchtet worden sein. Neben dem Dalai Lama ist auch der Karmapa, der 16-jährige Ugyen Thinley Dorje, bei der Anbetung des "Zeitenrades" anwesend.

Aus Gesundheitsgründen konnte der Dalai Lama (Bild), das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter, nach Angaben seines Pressesprechers Masood Butt die Feierlichkeiten nicht eröffnen. Noch Anfang der Woche befand er sich wegen niedrigen Blutdrucks und einer Gastritis in ärztlicher Behandlung. Seine Ärzte gehen jedoch davon aus, dass er in wenigen Tagen seine normale Arbeit wieder aufnehmen kann.

Angaben der Polizei zufolge wurden die Sicherheitsmaßnahmen noch verstärkt, nachdem etwa 500 Rebellen des Maoistischen Kommunistischen Zentrums am 6. Jänner das Shankaracharya-Math-Kloster in der Nähe angegriffen und dessen Hauptgebäude gesprengt hatten.

21.1.2002 14:58