Montag, 21. Jänner 2002

Schulz wirbt für Künast als zusätzliche Bewerberin

Grünen-Politiker haben eine alleinige Spitzenkandidatur von Außenminister Joschka Fischer für die Partei im Bundestagswahlkampf kritisiert. Der ostdeutsche Bundestagsabgeordnete Werner Schulz empfahl dem Parteirat in einem Zeitungsinterview, Verbraucherschutzministerin Renate Künast ebenfalls als Spitzenkandidatin zu benennen.

Der Chemnitzer "Freien Presse" (Montagausgabe) sagte Schulz: "Wir sollten auf die Doppelspitze nicht verzichten." Das stehe sowohl für den Politikstil der Grünen als auch für die Glaubwürdigkeit der Partei. Schulz war am Wochenende auf Platz zwei der Berliner Landesliste für den Bundestag gewählt worden.

Auch der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann wandte sich gegen die Nominierung Fischers zum grünen Spitzenkandidaten. "Ich hoffe nicht, dass der grüne Parteirat so einen Beschluss fasst. Dann würden die Grünen so etwas wie ein Vize-Kanzlerwahlverein", sagte Hermann im Hessischen Rundfunk. Hermann gehört zu den Grünen, die einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan abgelehnt hatten. Der Parteirat der Grünen entscheidet am Montag über die Spitzenkandidatur.

21.1.2002 12:20