Donnerstag, 17. Jänner 2002

Bill Gates trifft Finanzminister Grasser

Bill Gates, der nach wie vor reichste, aber auch einer der umstrittensten Männer der Welt, kommt nach Österreich. Am 4. Februar wird der Gründer des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft in Wien mit "hochkarätigen Größen aus Wirtschaft und Politik" zusammentreffen. Die Visite Anfang Februar ist Gates' dritter Besuch in Wien. Zuletzt war Gates 1994 in Wien.

Der genaue Terminplan wird noch nicht bekannt gegeben. Nur ein prominentes Treffen steht schon fest: Bei einer eintägigen "Developer Konferenz" in der Wiener Hofburg wird Gates mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser zusammen kommen.

Technologische Entwicklung von Morgen
Darüber hinaus wird Gates bei dem Kongress, der unter dem unter dem Ehrenschutz der Industriellenvereinigung steht, auch eine Rede über "seine Visionen für die technologischen Entwicklungen von Morgen" halten. Außerdem ist am späten Nachmittag auch eine Rede zum Thema "Technologien des Wachstums" vorgesehen.

Sicherheit wird wichtiger
Bei Microsoft haben künftig Sicherheitsaspekte und Privatsphäre der Anwender absoluten Vorrang vor der Ausweitung technischer Möglichkeiten der Programme. Die neue Firmenphilosophie des "Trustworthy Computing" (vertrauenswürdiger Computereinsatz) gelte auch für die Windows-Betriebssysteme, betonte Gates. Das ist auch nötig: Immerhin vergeht kaum eine Woche ohne eine Meldung über neue Sicherheitslücken oder Viren in Microsoft-Systemen.

Der Sicherheitsaspekt sei "wichtiger als alles andere", hält Gates fest. Wenn daran nicht gearbeitet werde, könnten oder wollten die Menschen auch nicht mehr die anderen Produkte von Microsoft nutzen. "Wenn wir vor der Wahl stehen, ob wir eine neue Funktion hinzufügen oder ein Sicherheitsproblem lösen können, müssen wir uns für die Sicherheit entscheiden", erklärte er.

David Smith, Vizepräsident der Firma Internet Strategie von Gartner, sagte, es sei höchste Zeit für die Kurskorrektur gewesen, "vielleicht zu spät". Microsoft habe Internetstrategien entwickelt, ohne den Sicherheitsaspekt ausreichend zu berücksichtigen.

17.1.2002 15:16