Strategiewechesel bei Head?

Die Firma Head ist bekannt für Ski, Tennisschläger und alles, was zum Sport dazugehört. Doch seit kurzem sind auch Notebooks und PCs aus dem Hause Head zu haben. In Deutschland erhält man bei der Kette "Kaufhof" ein Head-Notebook mit Pentium 4-Prozessor bereits um knapp 2.000 Euro.
Will Head einen Strategiewechsel vornehmen und in die EDV-Branche abdriften? "Es handelt sich dabei nicht um eine langfristige Strategie von Head. Wir wollten uns damit nur das Markenrecht für Computer absichern", versichert der Finanzchef des Head-Konzerns, Ralf Bernhart. Denn der deutsche IT-Dienstleister IPC Archtec hatte sich das Recht auf "Head"-PC und -Notebooks bereits davor gesichert. Jetzt erfolgte der vertragliche Abtausch: Die Marke gegen eine fünfjährige Lizenz-Nutzung.
Ein Geschäft, das für beide Seiten sehr lukrativ zu sein scheint. "Wir machen bereits 40 Prozent unseres Umsatzes mit Head-PC oder -Laptops. Allein 76 bis 100 Millionen Euro Umsatz haben wir schon mit Head-Produkten gemacht", sagt IPC Archtec-Sprecher Andreas Empl. "Die Marke bringt eine gewisse Sportlichkeit mit sich. Das verkauft sich gut". In die Taschen von Head fließen normalerweise sechs bis sieben Prozent jedes Computer-Verkaufs. Infolge des Abtausches mit IPC war die Gebühr in diesem Fall etwas geringer.
Head: Marke im Aufwind
Allgemein sind die Lizenzverträge für den Head-Konzern ein lohnendes Geschäft. Im vergangenen Jahr hat allein die Marke Head Einkünfte von leicht verdienten neun Millionen Euro gebracht. Lizenzverträge für Penn und Mares steuern nochmals eine Million Euro bei.
Nicht nur in Deutschland darf man sich über Head-PC freuen, auch in Österreich sind die sportlichen Computer erhältlich. Der Vertrieb läuft auch hier über die grossen Handelsketten, nämlich über Hofer, Metro und Niedermeyer.
Kurs braucht neuen Schub
Man kann für Head nur hoffen, dass sich die neue Kooperation bald auch im Head-Aktienkurs niederschlägt. Denn während die am Neuen Markt notierte IPC Archtec im letzten Quartal um gewaltige 60 Prozent zulegen konnte, fiel der Head-Kurs um ebenso gewaltige 50 Prozent an der Wiener Börse in die Tiefe.

