Intel erreicht im Quartal mehr Gewinn als erwartet

Der weltweit größte Chiphersteller Intel hat im 4. Quartal trotz einer anhaltend schwachen PC-Nachfrage bei Gewinn und Umsatz die Analysten-Erwartungen übertroffen. "2001 war wohl die schlimmste Rezession, die diese Branche je erlebt hat", sagt der Intel-Finanzchef. Dennoch hat Intel im vergangenen Quartal 1 - 2 Prozentpunkte an Marktanteil gewonnen - zum Teil auf Kosten des Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD).
Der Quartalsgewinn vor Sonderposten (Akquisitionen) ist zum Vorjahreszeitraum um rund 60 Prozent auf 998 Millionen Dollar (1.118 Euro) oder 15 Cent je Aktie gesunken, teilte das im kalifornischen Santa Clara ansässige Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten aber nur mit einem Gewinn von 11 Cent je Anteilsschein gerechnet.
70 Prozent Gewinneinbuße im Gesamtjahr
Der Reingewinn von Intel ging 2001 ohne Berücksichtigung der Akquisitionen um 70 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar (4,03 Mrd. Euro/55,5 Mrd. S) oder 0,52 Dollar je Aktie zurück. Die Umsätze sind um 21 Prozent auf 26,5 Mrd. Dollar gefallen. Das Jahr 2001 war auch beim weltgrößten Chiphersteller Intel von der derzeitigen Wirtschaftsflaute getrübt. Konzernchef Craig Barret sprach am Mittwoch von "einem sehr schwierigen Jahr für die gesamte Industrie". Auch für Intel sei 2001 "eine große Herausforderung" gewesen, meinte Barret am Mittwoch in einer Presseinformation.
Das Unternehmen sehe noch keine Anzeichen einer Konjunkturerholung, hieß es von Intel weiter. Für Investitionen in Anlagen - ein Frühindikator für die Chipanlagenbauer und die gesamte Branche - will der Konzern 2002 rund 5,5 Milliarden Dollar und damit knapp ein Viertel weniger als 2001 ausgeben.
Der Nettogewinn von Intel fiel im abgelaufenen Quartal den Angaben zufolge binnen Jahresfrist um mehr als 75 Prozent auf 504 Millionen Dollar oder sieben Cent je Aktie.
Große Erwartungen für 2002
Für das erste Quartal dieses Jahres erwartet Intel einen Umsatz von 6,4 bis sieben Milliarden Dollar -ungefähr in Höhe der Analystenprognosen. Im abgelaufenen Vierteljahr lag der Umsatz den Angaben zufolge bei 6,98 Milliarden Dollar rund 20 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. "Die (Umsatz-)Prognose ist ziemlich konservativ, was vermutlich den Markt etwas aus dem Konzept bringen wird", sagte Analyst Joe Osha von Merrill Lynch: "Aber ich denke, sie setzen die Messlatte einfach recht niedrig an." Die Höhe der geplanten Investitionen ist Osha zufolge dagegen wenig aussagekräftig. Die Anlagen würden sehr langfristig geplant. Davon lasse sich daher keine Einschätzung über die künftige Nachfrage ableiten.

