Dienstag, 15. Jänner 2002

Konjunkturprobleme bei der Möbelindustrie

Den allgemeinen Konjunkturabschwung bekam im vergangenen Jahr auch die Möbelindustrie stark zu spüren. Derzeit müsse in der Branche von einer sehr schwierigen Situation gesprochen werden. Probleme bringen nach wie vor die Konzentration im Möbelhandel und Billigimporte aus Osteuropa.

"In Oberösterreich mussten sogar einige Betriebe geschlossen werden." Das betonte Heinrich Reinthaler, Geschäftsführer-Stellvertreter der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich, auf der Internationalen Möbelmesse in Köln.

Das zum Teil schwache Geschäft im Inland versucht man durch verstärkte Exportbemühungen zu kompensieren, erklärte der Geschäftsführer-Stellvertreter: "Mit teilweise beachtlichen Zuwächsen."

Kauflust wegen 11. September gebremst
Es sei nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung seitens der Konsumenten zu spüren - nicht zuletzt wegen des 11. September, sagte der Geschäftsführer des Rieder Naturmöbelherstellers Team 7, Georg Emprechtinger. Die Ereignisse haben offensichtlich die Kauflust allgemein gebremst. Er könne sich aber vorstellen, dass die Branche langfristig profitiere: "Die Leute haben noch Geld im Sack, das sie nicht fürs Reisen ausgegeben haben."

Zwölf der insgesamt 30 österreichischen Aussteller auf der weltgrößten Messe der Branche in Köln stammen aus dem "Möbelland" Oberösterreich. Was laut Reinthaler einmal mehr die Bedeutung des Landes ob der Enns unterstreiche. Nehme man doch im Bundesländervergleich sowohl beim Produktionsvolumen als auch bei den Beschäftigten bundesweit den ersten Platz ein.

Sparte Nummer 1 in Oberösterreich
Mit einem Branchenanteil von über 50 Prozent sei die Möbelindustrie, so Reinthaler, innerhalb der oberösterreichischen Holzindustrie die mit Abstand bedeutendste Sparte. In den knapp 30 Möbelfabriken sind rund 3.500 Arbeitskräfte beschäftigt, die einen Produktionswert von über 400 Mill. Euro (5,50 Mrd. S) erwirtschaften. Der Absatz der Produktion findet zu zwei Dritteln im Inland statt, ein Drittel der Möbel wird exportiert.

Mehr als 1.500 Aussteller aus 50 Ländern präsentieren noch bis 20. Jänner ihre Produkte und Dienstleistungen auf einerGesamtausstellungsfläche von knapp 300.000 Quadratmetern.

15.1.2002 11:10