Ex-ÖBB-General Draxler muss Schaden begrenzen

Heute gibt der neue RHI-Chef Helmut Draxler - er war bis Ende Juli 2001 ÖBB-Generaldirektor - seine Antritts-Pressekonferenz in Wien. Die wird spannend werden: Immerhin wurde gestern bekannt, dass sich RHI mit 870 Millionen Euro Jahresverlust und 1 Milliarde Euro Schulden aus dem Amerika-Geschäft total zurück ziehen muss.
Wegen der bereits unkontrollierbaren Zahl von Schadenersatzklagen hat das Management des österreichischen Feuerfestkonzerns beschlossen, das gesamte US-Geschäft unter dem Dach der RHI Refractories Holding zum Verkauf anzubieten. Die Kunden könnten künftig über Zwischenhändler bedient werden, Kaufinteressenten für die drei Nordamerika-Töchter der RHI (Harbison-Walker, Narco, A.P. Green) seien vorhanden.
Zur Entschuldung wurde mit den Banken ein "Stillhalteabkommen" vereinbart: So werden Bankverbindlichkeiten für 400 Mill. Euro in nachrangiges Zins- und tilgungsfreies Mezzanin-Kapital gewandelt. Außerdem wird im Februar in einer außerordentlichen Hauptversammlung die Begebung einer nachrangigen Wandelanleihe über 144 Mill. Euro beschlossen. Weiters löst RHI Gewinn- und Kapitalrücklagen von 400 Mill. Euro auf.

