Montag, 14. Jänner 2002

SPEZIAL: ALLES RUND UM DEN EURO

Stimmen Sie mit: Wollen Sie einen 2-€-Schein?

Die Euro-Münzflut bringt viele Österreicher zur Verzweiflung: Prominente Österreicher setzen sich im morgen erscheinenden NEWS für einen 2-Euro-Schein ein. Die Unterstützerliste reicht von VP-Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl bis Ex-SP-Finanzminister Rudolf Edlinger.

Die Freude der Österreicher an ihrer neuen Währung ist getrübt. Und schuld daran sind die Münzen, die aus den Geldbörseln der Österreicher hervorquellen. Rund 1,3 Milliarden Stück Cent- und Eurostücke sind bereits jetzt schon im Umlauf. Der ungeliebte Metallsegen läßt prominente Wirtschaftsvertreter nun laut über die Einführung eines 2-Euro-Scheins nachdenken.

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl fordert im morgen erscheinenden NEWS gabe des Nachrichtenmagazin mehr Euro-Scheine: "Die 20-Schilling-Banknote war uns sehr hilfreich. Ein 2-Euro-Schein könnte die Lücke füllen."

In die prominente Liste der Östereicher, die einen 2-Euro-Schein zur Eindämmung der Münzflut fordern, reiht sich auch Ex-SP-Finanzminister Rudolf Edlinger ein. Edlinger zu NEWS: "Ein 2-Euro-Schein wurde schon 1998 gefordert. Und zwar von mir. Damals bin ich abgeblitzt."

Etwaigen neuerlichen Bemühungen seines Amtsnachfolgers Karl-Heinz Grasser räume er geringe Chancen ein: "Der Dressman aus der Himmelpfortgasse wird sich auch kalte Füße holen", so der ehemalige Finanzminister.

Promis plädieren für den 2-Euro-Schein
Auch dem Handel fehlt ein 2-Euro-Schein: "Unsere Kunden sagen: Eigentlich geht mit der Zwanziger schon ab", so Billa-Vorstand Volker Hornsteiner.

Kaffehaus-Legende Leopold Hawelka beklagt sich angesichts der Münzflut über immer schwerere Brieftaschen.

Ex-Fußballer und Trafikant Franz Hasil bringt seine Kasse jetzt schon nicht mehr zu.

"Wurlert" machen die vielen Münzen Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk.

Auch für die Unternehmerin Ulla Weigerstorfer "spricht alles für einen 2-Euro-Schein"- "es sammelt sich irrsinnig viel Kleingeld an".

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, weist in NEWS darauf hin, dass die aktuelle Serie der Euro-Banknoten mindestens fünf bis sechs Jahre im Umlauf bleibt.

Ob man tatsächlich einen 2-Euro-Schein brauche, werde sich weisen, der Abschied vom Schilling finde ja gerade erst statt. Möglicherweise einige man sich bis zum Erscheinen der nächsten Euro-Serie auf gesamteuropäischer Ebene aber auch darauf, einen 2-Euro-Schein in Umlauf zu bringen. Allerdings solle man das der Praxis überlassen.

Die ausführliche Euro-Bilanz und den NEWS-Preisvergleich finden Sie im neuen NEWS.

14.1.2002 10:51