Donnerstag, 17. Jänner 2002

Alk-Leichen sollen der Vergangenheit angehören

Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Das Skifest des Jahres, das ist nicht nur der weiße Rausch auf den Pisten sondern seit Jahren auch ein Volksfest über 72 Stunden. Die Oktoberfeststimmung in der Nacht hat freilich derartige Ausmaße angenommen, dass man im Monte Carlo der Alpen nun die Notbremse zieht. Schon heuer soll die nächtliche Gaudi auf den öffentlichen Plätzen deutlich eingeschränkt werden. Eine Maßnahme: Harte Alkoholika werden nicht mehr ausgeschenkt.

Wenn die Sieger auf der Streif gekürt sind, gehen seit Jahren nicht nur in den In-Bars der Gams-Stadt die Partys los, auch in den Straßen der Innenstadt heben die Feiern tausender Fans, die an den Rennen nur am Rande interessiert sind, erst so richtig ab. In einem Ausmaß, an dem Kitzbühel angesichts der verbleibenden Müllberge und Alkoholleichen keine Freude mehr hat.

Deshalb greift heuer erstmals ein Maßnahmen-Paket, mit dem das Hahnenkamm-Ereignis in einem Mehrjahresplan wieder vornehmlich zu einer Tagesveranstaltung werden soll. Die Getränke-Stände in der Innenstadt wurden um 25 Prozent reduziert und sind nur noch bis Mitternacht geöffnet. Harte Alkoholika werden nicht mehr ausgeschenkt. Es gibt eine einheitliche Musik-Beschallung, was nicht nur den Lärmpegel in Grenzen hält sondern auch der Sicherheit dient.

"Die Feiern sind leider zu einem Tag-und-Nacht-Besäufnis ausgeartet. Was der Stadt nach der Rennwoche bleibt, ist eine Mischung aus Urin, Kot und Müll in einem Ausmaß, der noch wochenlang Reizungen in der Nase erzeugt", sieht Kitzbühels Vizebürgermeister Alois Haselwanter höchste Zeit für diese Maßnahmen. "Es kann nicht sein, dass eine weltweit so angesehene und gut organiserte Ski-Veranstaltung am Rande so abgleitet."

Über 50.000 Zuschauer werden freilich auch heuer allein am Abfahrts-Samstag in Kitzbühel erwartet, was zusätzliche Maßnahmen notwendig macht. "Denn die kann man ja nicht alle heim schicken" weiß Haselwanter, der auch Sicherheitsbeauftragter der Stadt ist. Deshalb werden die WC-Anlagen verdreifacht, das Sicherheitspersonal verdoppelt, die Mülltrennung wird durch die Bergwacht kontrolliert. Haselwanter: "Um sieben Uhr früh soll die Stadt auf jeden Fall wieder blitzen."

17.1.2002 11:12