Donnerstag, 17. Jänner 2002

Weltcup reist nach Zakopane

Sieben ÖSV-Springer reisten am Donnerstag zur in Sachen Olympiatickets entscheidenden Weltcup-Station der Skispringer nach Zakopane. Zu den beiden Bewerben am Wochenende wird eine gewaltige Zuschauermenge erwartet, schließlich ist der polnische Topstar Adam Malysz erstmals seit seinem Aufstieg bei einem Heim-Weltcup zu sehen. Der bisher letzte Weltcup an diesem Ort war im Dezember 1999. Aus österreichischer Sicht ist der Trip nach Polen vor allem für Wolfgang Loitzl sehr wichtig, er hofft noch auf einen Platz im Olympia-Team.

Fünf Mann sind bei normaler weiterer Entwicklung und der Absegnung durch das ÖOC für Olympia wohl fix: Martin Höllwarth (Gesamt-Weltcup-4.), Andreas Widhölzl (5.), Andreas Goldberger (9.), Martin Koch (12.) und Stefan Horngacher (14.). "Das Quartett aus Willingen und Koch haben sich im Verlauf dieser Saison empfohlen", meinte Innauer dazu, der aber auch Wolfgang Loitzl noch eine Chance geben will. "Er war zuletzt im Kontinentalcup als Dritter und Fünfter ganz gut und ich will sehen, ob er sich weiter entwickelt hat. Er war im Vorjahr bei der Generalprobe in Salt Lake City Zweiter und daher hat er bei mir ein Plus."

Goldberger nicht nach Japan
Außerdem habe er selbst schon öfters erlebt, wie schnell man wieder in Schwung kommen kann, wenn die Basiswerte stimmen. Neben den Genannten wird auch Stefan Kaiser im ÖSV-Team sein. Abgesehen von Goldberger fliegen die Olympia-Kandidaten von Polen aus zu den letzten vorolympischen Weltcup-Bewerben nach Japan.

Dopingvorwürfe gegen Hannawald
Für die deutschen Olympia-Teilnehmer wird Zakopane der letzte Wettbewerb vor Salt Lake City sein. Die Reise nach Japan wird vom DSV wegen der Reise- und Zeitumstellungs-Strapatzen für Hannawald und Co. (wie übrigens auch von den Schweizern) gestrichen. Polen steht aber auf dem Programm. "Auch wenn es mir einige Bauchschmerzen bereitet, dass im polnischen Fernsehen Dopingvorwürfe gegen Sven Hannawald geäußert worden sind. Wir wissen nicht genau, was uns da drüben erwartet", meinte DSV-Trainer Reinhard Heß vor kurzem.

Malysz will wieder siegen
In Zakopane wird man wohl auch neue Aufschlüsse über die Form von Adam Malysz bekommen. Vor eigenem Publikum wird sich der Pole, der bis vor der Tournee das Geschehen diktiert hatte, wohl besonders anstrengen, meint auch Innauer. Zuletzt war auf Grund der sinkenden Formkurve der Polen sogar Erfolgstrainer Apoloniusz Tajner zur Diskussion gestanden. So schnell kann es im Sport gehen.

Geschwächtes ÖSV-Betreuerteam
Das Wachseln werden die ÖSV-Adler, von denen Höllwarth und Horngacher neue Ski testen werden, diesmal aber selbst vornehmen müssen. "Fritz Egger hat immer noch kein Grünes Licht vom Arzt und Andreas Rauschmeier können wir auch nicht ständig aus seinem Beruf reißen", merkte Innauer an. Nach Egger laboriert nun auch Masseur Hannes Fasching an einer Magen-Darm-Grippe, für ihn wurde noch Ersatz gesucht. Während die Athleten mit dem Flugzeug nach Polen reisten (Goldberger und Kaiser von Salzburg, der Rest von Innsbruck aus), nahm Innauer aus transporttechnischen Gründen eine neunstündige Autofahrt in Kauf.

17.1.2002 11:00