Samstag, 19. Jänner 2002

Emails in Pariser Internetcafé entdeckt

Der in den USA angeklagte "Schuhbomber" Richard Reid wird nach Angaben französischer Ermittler durch eigene Emails schwer belastet. Er wird beschuldigt, einen Anschlags-Versuch auf ein American-Airlines-Flugzeug mit 200 Passagieren unternommen zu haben. Aus den entdeckten Emails geht hervor, dass Raid offenbar nicht allein gehandelt hat.

In einem Internetcafe (kleines Bild) in Paris seien Festplatten von Computern mit E-Mails von Reid sichergestellt worden, aus denen hervorgehe, dass er nicht allein agiert habe, sondern über Kontakte in ganz Europa verfügt habe. Es sei auch ein "Testament" gefunden worden, hieß es am Samstag ohne nähere Angaben.

Märtyrer der islamischen Sache
Nach französischen Medienberichten soll sich Reid darin als Märtyrer der islamischen Sache beschrieben haben. Es gebe in diesen E-Mails Hinweise auf den geplanten Anschlag und auf einen zunächst vergeblichen Versuch, in Paris ein Flugzeug in die USA zu nehmen, woraufhin Reid die Antwort erhalten habe, dies schnellstens noch einmal zu versuchen.

Die Ermittler sollen auf Grund einer elektronischen Adresse, die Reid bei sich gehabt habe, auf die Spur der E-Mails gekommen sein. Der 28-Jährige mit britischem Pass habe sich vom 17. bis 22. Dezember in Paris aufgehalten und seinen Flugschein in die USA über 1981 Euro in einer Reiseagentur bar bezahlt.

Reid war auf dem Flug einer American-Airlines-Maschine am 22. Dezember von Paris nach Miami an Bord überwältigt worden. Nach Augenzeugenberichten hatte er versucht, mit einem Streichholz eine Zündschnur an seinem Schuh anzuzünden. In dem Schuh befand sich Ermittlern zufolge genügend Sprengstoff, um bei einer Explosion das Flugzeug zum Absturz bringen zu können.

Reid genoss Terror-Ausbildung in Afghanistan
US-Behörden sehen es als erwiesen an, dass Reid in einem Trainingslager der El Kaida in Afghanistan ausgebildet worden ist. Reid sitzt derzeit in Boston im Gefängnis und plädiert auf nicht schuldig.

19.1.2002 18:10