Kein einseitiger Truppenrückzug

Im Kaschmir-Konflikt hat Indien Pakistan vorgeworfen, seine angekündigten Maßnahmen gegen den Terrorismus bisher nicht umgesetzt zu haben. Der indische Verteidigungsminister George Fernandes sagte, Indien werde seine Truppen an der Grenze zu Pakistan erst dann abziehen, wenn die pakistanische Regierung ihr Versprechen einlöse und gegen militante Moslem-Extremisten vorgehe.
Pakistans Präsident Pervez Musharraf (Bild) müsse seinen Worten Taten folgen lassen. Bisher habe sich nichts geändert. Indien sei täglich Angriffen von Extremisten ausgesetzt, die von Pakistan aus operierten, sagte Fernandes, der sich zu Gesprächen mit US-Regierungsvertretern in Washington aufhielt.
Indien und Pakistan haben fast eine Million Soldaten an ihrer Grenze zusammengezogen. Fast täglich kommt es dort zu Gefechten. Auslöser der jüngsten Spannungen war ein Anschlag auf das indische Parlament Mitte Dezember, hinter dem Indien angeblich von Pakistan unterstützte kaschmirische Separatisten vermutet.
Musharraf hatte moslemischen Extremisten den Kampf angesagt und fünf militante Moslemgruppen verboten. Zwei von ihnen macht Indien für den Anschlag auf sein Parlament verantwortlich. Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, haben bereits dreimal gegeneinander Krieg geführt, zweimal um die Himalaya-Region Kaschmir.
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