Sonntag, 13. Jänner 2002

FORMAT: Die Handy-Newcomer

Die spanische Telefónica wird im Herbst mit Quam als fünfter GSM-Handyanbieter antreten. Der zweite Neuling, Hutchison 3G, setzt hingegen voll auf den UMTS-Aufbau. In Japan, wo UMTS bereits kommerziell betrieben wird, herrscht vorerst Ernüchterung. Die Nachfrage ist schleppend, was nicht zuletzt an den hohen Grundgebühr von monatlich 74 Euro liegt.

Hinter Quam verbirgt sich der spanische Telekomriese Telefónica, der unter dieser Marke in Deutschland bereits mit Mobilfunk startete und ab September auch in Österreich kräftig umrühren will. Telefónica wird dann ins heimische Handygeschäft einsteigen und als fünfter GSMAnbieter auftreten. Die Spanier verfügen über kein eigenes Netz. Sie werden die Infrastruktur der Konkurrenz anbieten. Die Verhandlungen mit One und tele.ring sind im Laufen.

Quam will ab Mitte 2003 UMTS-Dienste anbieten
Da Quam in Deutschland eher holprig startete, wurde die Österreich-Premiere zwar von Juni auf September verschoben. Österreich- Chef Kurt Lüscher sagt aber: "Wir könnten mit GSM sofort starten und müssen nur noch das Okay aus Spanien abwarten." Einen weiteren Preiskrieg bei Handytarifen will Quam nicht anzetteln, sondern mit Marketingpower Kunden gewinnen. Das GSM-Engagement dient vor allem der Vorbereitung eines UMTS-Netzes. Telefónica hat eine Österreich-Lizenz für diese dritte Mobilfunkgeneration erworben und wird ab Mitte 2003 UMTS-Dienste anbieten. Höhere Datenübertragungsraten werden dann Bilder, Videos oder mobile Bezahlsysteme auf das Handydisplay bringen. Ab Herbst sind die ersten UMTS-tauglichen Handys erhältlich.

Hutchinson sucht massenweise Personal
Eine andere Strategie verfolgt der zweite Handynewcomer in Österreich, der Hutchison Whampoa Konzern aus Hongkong. Die heimische Hutchison 3G konzentriert sich ausschließlich auf die Vermarktung der neuen Multimediadienste – hält sich mit GSM also gar nicht lange auf. Die Truppe rund um die beiden Vorstände Berthold Thoma und Robert Eckert arbeitet derzeit mit Hochdruck am Aufbau eines eigenen UMTS-Netzes. Den Echtbetrieb kündigt Hutchison 3G schon für Anfang 2003 an. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wird gerade massenweise Personal aufgenommen. Die Handylieferanten der Hongkong-Firma stehen fest: Motorola und NEC.

Steigt tele.ring aus?
Ungewiß ist die Zukunft des zuletzt auf den Markt gekommenen GSM-Anbieters tele.ring. Es wird spekuliert, daß sich Eigentümer Western Wireless noch vor dem Sommer wieder verabschiedet. Keinesfalls wird tele.ring ein UMTS-Netz errichten, sondern seine Infrastruktur an Hutchison oder Telefónica vermieten oder verkaufen.

In Japan, wo UMTS bereits kommerziell betrieben wird, herrscht vorerst Ernüchterung: Der Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo hat erst 30.000 von geplanten 150.000 Kunden gewinnen können. Ein Grund für die schleppende Nachfrage: Allein die UMTS-Grundgebühr beträgt 74 Euro monatlich.

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13.1.2002 13:03