Freitag, 11. Jänner 2002

Plastikgeld als Ausweg wird immer beliebter

Bei Abbuchungen mit Euro-Zahlscheinen kommt es immer wieder zu Verwechslungen: Statt einer 100-Schilling-Spende für das Rote Kreuz beispielsweise wurden oft 100 €, also 1376 S, überwiesen. Die Österreichische Bergrettung hat bereits 2 Millionen Schilling an zuviel überwiesenen Spendengeldern rückerstattet. Aus Vorsicht vor Irrtümern greifern indes immer mehr Österreicher zum "Plastikgeld".

Branchenführer Eurocard zählte in den ersten beiden Jänner-Wochen über zehn Prozent mehr Transaktionen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Visa-Karten wurden demnach seit Jahresanfang sogar rund 20 Prozent mehr genutzt als vor einem Jahr.

Visa Austria hofft, dass sich dieser Trend auch im Gesamtjahr fortsetzt. Die Europay Austria, die die Mastercard in Österreich vertreibt, erwartet nach Zuwächsen von bisher rund 30 Prozent für das Gesamtjahr ebenfalls einen Anstieg um mehr als 20 Prozent.

Fast 2 Millionen Kreditkarten in Österreich
Umsätze, ausgegebene Karten, Zahl der Vertragspartner und Bankomat/Point-of-Sale (POS)-Kassen wiesen auch im vergangenen Jahr wieder enorme Zuwachsraten auf. Fast 2 Millionen Kreditkarten waren per Ende des Vorjahres bei den Österreichern in Umlauf. Mastercard hat rund 958.000 Karten (plus 10 Prozent) ausgegeben, Visa rund 860.000 (plus 6 Prozent) und die AirPlus Travel Card, die u.a. Diners Club Karten vertreibt, rund 157.000. Zahlen kann man mit der Mastercard bei rund 74.200 Stellen (plus 32 Prozent), Visa wird an rund 75.300 Stellen (plus 37 Prozent) angenommen. AirPlus gibt die Zahl der Vertragspartner mit 57.000 an.

In Österreich wurden mit Visa im Vorjahr rund 2,2 Mrd. Euro (30,3 Mrd. S) umgesetzt, dazu kommen noch rund 700 Mill. Euro, die Österreicher mit der Karte im Ausland bezahlten. Die Mastercard brachte in Österreich Umsätze von 1,9 Mrd. Euro und im Ausland von 669 Mill. Euro. Durchschnittlich werden bei einem Einkauf mit Kreditkarte bei den beiden großen Kreditkartenfirmen rund 109 Euro (1.500 S) bezahlt.

10,8 Milliarden Euro
Insgesamt liefen im Vorjahr rund 10,8 Milliarden Euro bargeldlos "über den Ladentisch", das ist ein Anstieg um ein Drittel. Europay-Geschäftsführer Ewald Judt erwartet heuer einen Anstieg auf mehr als 12 Mrd. Euro. 1987 als die Bankomatkarten in Österreich eingeführt wurden, waren es gerade 100 Mill. S (7,27 Mill. Euro), zehn Jahre später bereits 38,1 Mrd. S (2,77 Mrd. Euro).

340% mehr Quick-Transaktionen seit €-Start
Bei der elektronischen Geldbörse "Quick", die für kleinere Geldbeträge und quasi als "Münzersatz" vorgesehen ist, erhöhte sich das Zahlungsvolumen im Vorjahr auf 0,029 Mrd. Euro (plus 88 Prozent), aufgeladen wurden 0,034 Mrd. Euro. Durchschnittlich gezahlt wurden rund 5,7 Euro. In den ersten Jännertagen 2002 stieg die Zahl der Quick-Transaktionen um 340 Prozent.

11.1.2002 14:31