Freitag, 11. Jänner 2002

Investoren reißen sich um Bundes-Wohnungen

Nachdem der von Finanzminister Karl-Heinz Grasser initiierte Verkauf der 60.000 Wohnungen an ihre Mieter mangels Interesse gescheitert ist, treten nun Großinvestoren auf den Plan. Wahrscheinlichstes Szenario: Ein Kosortium von in- und ausländischen Financiers kauft alle fünf Wohnbau-Gesellschaften in einem Paket.

Der Verkaufspreis wird auf bis zu 1,2 Milliarden Euro geschätzt. Es handelt sich bei den fünf Bundeswohnbaugesellschaften um die Buwog, die Linzer WAG, die ESG Villach, die Wohnungen der Bundesbahn-Bediensteten und um die EBS Linz.

Der stärkste Kauf-Kandidat ist die börsenotierte Immofinanz Immobilien Aktiengesellschaft. "Wenn ein Gesamtpackage zum Verkauf steht, bin ich dabei. Brösel interessieren mich nicht", sagt Immofinanz-Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics. Auch Banken und Versicherungen sind im Rennen um die Bundeswohnungen, darunter die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich.

Deren Boss Ludwig Scharinger wird auf jeden Fall ein Angebot für die Linzer WAG legen. Unterstützt wird er von der Hypobank und der Oberösterreichischen Versicherung. Die Oberösterreichische Versicherung kann sich vorstellen, einem Gross-Konsortium beizutreten, das alle fünf Gesellschaften aufkauft.

Auch die CA Immo AG steht einem Gross-Konsortium offen gegenüber. Experte Alexander Neuhuber engagiert sich für eine österreichische Immofonds-Lösung unter Führung einer Bank.

11.1.2002 14:03