Allgemein erwartet: ein rascher Kursverfall
Die argentinische Zentralbank hat die Wiederaufnahme des Devisenhandels für heute angekündigt und den abgewerteten Peso auf einen Kurs von 1,40 zum US-Dollar festgesetzt. In einer Erklärung teilte die Bank mit, das neue Umtauschsystem mit zwei Bewertungen für den Peso werde am Freitag um 14.00 Uhr MEZ mit Eröffnung des Handels in Kraft treten.
Offiziell soll der Peso mit der neuen Rate an den Dollar gebunden sein und zum anderen speziell für Touristen frei schwanken. Auf dem Schwarzmarkt wurden für den Dollar am Mittwoch 1,50 bis 1,60 Peso verlangt.
Der Peso war bisher im Verhältnis Eins zu Eins fest an den US-Dollar gebunden. Die neue offizielle Umtauschrate bedeutet eine Abwertung um 30 Prozent. Die Devisenmärkte in Argentinien sind seit dem 21. Dezember geschlossen. Die neue Regierung unter Präsident Eduardo Duhalde hat die Abwertung des Peso in der vergangenen Woche angekündigt. Sie wies am Donnerstag zudem die Banken des Landes an, bestimmte Giro- und Sparkonten in Festgeldeinlagen umzuwandeln und sie erst von Jänner 2003 an auszuzahlen.
Drastischer Kursverfall erwartet
Analysten rechnen nach der Wiederaufnahme des Handels mit einem drastischen Kursverfall des Peso, so dass am Jahresende möglicherweise drei Peso für einen Dollar bezahlt werden müssten. Die mexikanische Währung schwächte sich am Donnerstag nach den Ankündigungen aus Argentinien auf 9,28 Peso je Dollar von 9,24 Peso je Dollar ab.
In Anbetracht der Wirtschaftskrise in Argentinien hat die Zentralbank des Nachbarlandes Chile den Interbanken-Zinssatz um einen halben Prozentpunkt auf sechs Prozent gesenkt. Damit sehe man sich besser gerüstet, auf etwaige direkte Auswirkungen der argentinischen Probleme zu reagieren, hieß es in einer Erklärung aus Santiago vom Donnerstag. Solche Auswirkungen hätten aber auf Grund der relativen Preisstabilität in Chile höchstens temporären Charakter.
Die erwartete Inflationsrate für die kommenden zwei Jahre liegt der Zentralbank zufolge zwischen zwei und vier Prozent. Im Dezember waren die Lebenshaltungskosten sogar im 0,3 Prozent zurückgegangen.

