Donnerstag, 10. Jänner 2002

Ende eines Schlachthofs

Seit Dezember, als dort das erste österreichische BSE-Rind geschlachtet wurde, steckt die Waldviertler Gemeinde Martinsberg in der Krise. Doch schlimmer geht immer, wie es heißt: Es gilt als wahrscheinlich, dass der Schlachthof Martinsberg - die Firma Bull Nahrungsmittel - noch diese Woche Konkurs anmelden muss.

In der gestrigen Bonitäts-Bewertung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) heisst es: "Das Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, seinen Zahlungen nachzukommen. Wir rechnen in der Kürze mit einem Insolvenzverfahren." Das verwundert kaum. Denn der Geschäftsführer des Schlachthofes sitzt seit 19. Dezember wegen Betrugsverdachtes in U-Haft, und der Betrieb steht seither still. Hauptleidtragend sind die laut KSV 25 Beschäftigten des Betriebes, die zurzeit ihren Urlaub aufbrauchen müssen.

Schweres Schicksal für die ganze Region
Auch der Bürgermeister von Martinsberg, Johann Höllrigl, ist über die wahrscheinlich bevorstehende Schliessung nicht erfreut: "Der Schlachthof ist so gross, dass von einer Schliessung die gesamte Region betroffen wäre." Immerhin erwirtschaftete der Schlachthof laut letzten Geschäftsdaten rund 15 Millionen Euro Umsatz. Die Schulden lagen freilich bereits im Jahr 2000 bei fast 2,7 Millionen Euro.

10.1.2002 09:54