ÖIAG weiß nichts von Interesse der Briten

Der britische Telekommunikations-Anbieter und Mobilfunkbetreiber Vodafone prüft deutschen Berichten zufolge eine Übernahme der Telekom Austria (TA). Derzeit verhandelt Vodafone-Zentraleuropa-Chef Jürgen von Kuczkowski mit den Österreichern, eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. Die ÖIAG weiß von diesen Vorgängen nichts.
"So wahr ich Michaelis heiße!"
Die Medienberichte über angebliche Verhandlungen der britischen Vodafone mit der ÖIAG über einen Verkauf der Telekom Austria (TA) entbehrten jeglicher Grundlage, hieß es aus der ÖIAG. "So wahr ich Michaelis heiße, ist weder an mich und noch an die Kantgasse insgesamt jemand von Vodafone herangetreten", ließ ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis die APA wissen. Die ÖIAG hält 47,8 Prozent an der TA.
Briten sollen in Österreich einsteigen wollen
Von Vodafone gibt es noch keine Stellungnahme. Vodafone war in österreichischen Branchenspekulationen freilich bisher eher als ernsthafter Interessent für die TA-Handytochter Mobilkom Austria genannt worden.
Der deutschen "WirtschaftsWoche" zufolge denkt Vodafone über ein "Comeback auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt" nach. Vodafone hatte sich wie berichtet mit dem Verkauf des vierten österreichischen Handynetzbetreibers und Festnetzbetreibers tele.ring im Mai 2001 aus der Alpenrepublik zurückgezogen.
Als Akquisitionswährung hat Vodafone bei vergangenen Übernahmen häufig zum Aktientausch gegriffen. Mit einer allfälligen TA-Übernahme würde Vodafone wohl aber von dieser Usance abweichen, meinen Branchenkenner, da die ÖIAG wohl kaum eine neue Telekom-Beteiligung aufbauen würde.
Neue Varianten im Telekom-Poker
Im Ringen um den Ausstieg von ÖIAG und Telecom Italia bei der TA wird nun eine neue Variante diskutiert. In Bankenkreisen wird ernsthaft ein Verkauf nur der TA-Handytochter Mobilkom diskutiert, wobei vor allem an einen Börsegang gedacht ist. Der ursprünglich angedachte Totalverkauf der TA (Fest- und Mobilnetz) liegt auf Eis.

