Mittwoch, 9. Jänner 2002

General Motors und Ford streichen Stellen

Die beiden größten Autokonzerne der Welt, General Motors und Ford Motor, wollen Zehntausende von Stellen abbauen. Zunächst will GM-Finanzvorstand John Devine am Donnerstag Analysten bei einer Präsentation die Pläne vorstellen. Am Freitag folgt dann Ford, heißt es bei der Automesse in Detroit (Die Bilder).

Die Autoschau von Detroit dürfte damit der Auftakt für ein sehr schwieriges amerikanisches Autojahr sein.

Für die Automobilindustrie in den USA sind diese Nachrichten ein doppelter Schlag. Die amerikanischen Autokonzerne leiden unter der aktuellen Konjunkturflaute und den wirtschaftlichen Folgen der Anschläge vom 11. September. Bisher versuchten die Unternehmen, der Nachfrageschwäche mit umfangreichen Kaufanreizen wie Nullzins-Krediten entgegen zu wirken. Doch der Preiskrieg könnte die Konzerne teuer zu stehen kommen, da die Gewinnmargen drastisch schrumpfen, wie Fords Nordamerika-Chef Jim Padilla am Montag warnte.

Wie GM am Montag am Rande der internationalen Automobilmesse in Detroit bestätigte, will nun der größte Autohersteller der Welt mehreren tausend Angestellten Abfindungen für ein früheres Ausscheiden aus dem Konzern anbieten und mit den Kosteneinsparungen dem Druck der derzeit schwierigen Automärkte begegnen. Angestellten ab 50 Jahre sollen ein finanzielles Angebot für die Frühpensionierung bekommen. Die Vorruhestandsregelung soll ab 1. April greifen. Derzeit beschäftigt GM weltweit rund 360.000 Menschen.

Bereits im Dezember 2000 hatte GM ein ähnliches Paket angekündigt, um die Zahl der Belegschaft um insgesamt zehn Prozent zu reduzieren. Der derzeit rote Zahlen schreibende Ford-Konzern wird neben dem Abbau von Stellen möglicherweise auch seine Kapazitäten durch Werksschließungen drastisch kürzen. Board-Mitglied Nick Scheele signalisierte am Montag in Detroit allerdings, dass die Gerüchte um einen Abbau von 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung nordamerikanischer Werke überzogen sein könnten.

Saul Rubin, Analyst bei UBS Warburg, rechnet damit, dass 10.000 bis 20.000 Arbeiter ihre Stellen verlieren. Unter den Angestellten könnten 3.000 bis 4.000 gekündigt werden. "Ich denke nicht, dass das genug ist. Es geht nicht weit genug", schrieb Rubin in einer Studie.

9.1.2002 10:29