Zeitung meldet: Zweiter Anlauf gescheitert

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Der Temelin-Verkauf ist geplatzt! Die Privatisierungs-Kommission der tschechischen Regierung, die sich am gestrigen Montag Nachmittag mit den Angeboten für den tschechischen Energiekonzern CEZ befasste, hat nach Angaben der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" dem Kabinett empfohlen, den Verkauf des staatlichen Zwei-Drittel-Pakets und der sechs Strom-Verteilerfirmen aufzuheben.
Der Grund sei, dass keiner von den beiden Interessenten - Electricite de France (EdF) und das Konsortium aus italienischer Enel und spanischer Iberdrola - die Bedingungen der Regierung erfüllt hätte, hieß es.
Offiziell noch keine Bestätigung
Offiziell wurde diese Information nicht bestätigt mit der Begründung, dass die Regierungsentscheidung erst am Mittwoch fallen soll.
Unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen aus der Privatisierungskommission berichtete das Blatt, dass das Konsortium aus Enel und Iberdrola erneut 136 Mrd. Kronen (4,26 Mrd. Euro/58,6 Mrd. S) - wie schon im Dezember in der ersten Runde - geboten hat. "Sie haben nicht einmal zehn Cent dazugegeben", wird eines der Kommissionsmitglieder zitiert. Die Regierung hatte zuvor mindestens 200 Mrd. Kronen als strikte Bedingung gefordert.
EdF stellte Bedingungen
Die EdF soll dagegen 213 Mrd. Kronen geboten haben. Der Umschlag mit dem Preisangebot sei aber gar nicht geöffnet worden, da die EdF eine ganze Reihe von für die Regierung unannehmbaren Forderungen gehabt haben soll. "Sie hatten noch mehr Einwände als im Dezember ", sagte die zitierte Quelle aus der Privatisierungskommission. Die EdF habe das Geld über mehrere Jahre verteilt zahlen wollen, während die Regierung das Geld sofort fordere.
Der französische Konzern wolle vor allem Garantien für die nuklearen Teile der CEZ, die Atomkraftwerke Temelin und Dukovany, und lehne die langjährigen Abnahmeverpflichtungen für tschechische Braunkohle ab. Einwände habe die EdF auch gegen die Verpflichtungen zur Produktion bestimmter großer Strommengen. Weiters habe sie die Aufhebung der strengen Geldstrafen abgelehnt, die im Falle der Schließung von Braunkohle-Kraftwerken - beispielsweise wegen der Nicht-Einhaltung der ökologischen Limits der EU - bezahlt werden müssten.
Gleich nach der Beendigung der Sitzung der Privatisierungkommission habe Industrie- und Handelsminister Miroslav Gregr Ministerpräsident Milos Zeman angerufen, um ihn über die Preis-Angebote zu informieren. In einem Rundfunkinterview, das kurz danach direkt ausgestrahlt wurde, erklärte Zeman, die Regierung befinde sich auf keinen Fall in der Rolle eines Bittstellers. "Es passiert überhaupt nichts, wenn man den Verkauf (von CEZ) verschieben wird", betonte Zeman.

