Mittwoch, 9. Jänner 2002

"Einer der am besten geschützten Plätze der Welt"

Salt Lake City wird laut IOC-Vizepräsident Thomas Bach zurzeit der Olympischen Winterspiele im Februar "einer der am besten geschützten Plätze der Welt" sein. Am Rande der Eisschnelllauf-Europameisterschaften in Erfurt sagte Bach, dass in der Olympia-Stadt fünf Sicherheitsbeamte auf einen Athleten kämen. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht und wird es auch nie geben", schränkte der IOC-Vertreter allerdings ein.

Bach wies darauf hin, dass man bei Olympische Spielen "weiß, was man wann schützen muss. Diese Kenntnisse gibt es bei sonstigen möglichen Terror-Attacken nicht". Allein das Sicherheitsbudget der Amerikaner spreche für sich. "In Salt Lake stehen insgesamt 310 Millionen Dollar für die Sicherheit zur Verfügung, davon stammen 240 Millionen von der US-Regierung in Washington", meinte Bach und verglich die Zahlen mit den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, für die die US-Regierung 98 Millionen Dollar für Sicherheitsfragen bereitgestellt hatte.

Außerdem habe US-Präsident George W. Bush den generellen Sicherheitsarlarm bis nach Ende der Winterspiele verlängert. "Das zeigt, wie ernst die Sicherheitsfragen genommen werden", meinte der frühere Fecht-Olympiasieger. "Trotz aller Bedenken können wir daher allen Athleten guten Gewissens empfehlen, nach Salt Lake City zur reisen."

Dennoch sei es ein "Irrglaube zu denken, dass der Sport die Weltpolitik verändern könne", fügte er hinzu und reagierte damit auf die Ablehnung des Vorschlags von IOC-Präsident Jacques Rogge zum Waffenstillstand in Afghanistan während der Winterspiele durch den US-Präsidenten.

9.1.2002 10:14