Meissnitzer: "Mir blutet das Herz"

Das erste Training für die Doppelabfahrt auf der neuen Zwölferkogel-Piste in Hinterglemm am Dienstag war perfekt. Nur für eine fand es gar nicht statt. Alexandra Meissnitzer schnallte nach der Besichtigung wieder ab und verzichtet auf die Heimrennen. Die Salzburgerin streut stattdessen ein Sondertraining ein, um im Riesentorlauf und Super G wieder an die Spitze zu kommen.
"Mir blutet das Herz. Die Strecke ist wunderschön, anspruchsvoll, aber in der Abfahrt fühle ich mich nicht hundertprozentig wohl. Ich muss Prioritäten setzen", erklärte Meissnitzer bereits im Zivil im Hotel, während ihre Kolleginnen noch auf der Piste unterwegs waren. Prioritäten vor allem auch hinsichtlich Olympia. Wobei im Moment weniger das schmerzende Knie eine Rolle spielt als vielmehr konditioneller und technischer Rückstand. Den will sie jetzt aufholen, zudem Material testen, vor allem Schuhe. "Wenn ich bei Olympia starte, will ich auch um Medaillen mitfahren. Deshalb habe ich die Abfahrt im Moment abgehakt, will die nächsten eineinhalb Wochen nutzen um jene Disziplinen zu forcieren, wo die Chancen da sind", so Meissnitzer.
Meissnitzer: "Es ist einfach klüger"
"Meisi" ist sich des Risikos bewusst. "Vor allem ist es ja nicht lustig, Heimrennen auszulassen. Aber ich finde das jetzt für mich einfach klüger. Ob es sich rentiert, werden wir sehen. Wenn nicht, muss ich mir später wenigstens nichts vorwerfen", verteidigte die Abtenauerin die Entscheidung, die sie bei der Anreise schon im Hinterkopf hatte. Und dann noch vor dem ersten Training am Hang zusammen mit Cheftrainer Karl Frehsner fällte. "Sich in drei Disziplinen zu qualifizieren, ist für sie derzeit unrealistisch", unterstützte Frehsner den Schritt.
In puncto Begeisterung über die neue Strecke stimmten Götschl und Co nur in einem nicht mit Meissnitzer überein. "Total lässig, aber halt ein bissl kurz. Das wird ein knappes Rennen, du musst jeden Meter schinden", sagte Michaela Dorfmeister nach Platz fünf. Für die Damen geht es auf dem Osthang direkt über dem extrem steilen "Himmelreich" los, um nicht mit zu viel Tempo in diese heikle Passage zu kommen. "Ich hätte aber kein Problem gehabt, weiter oben zu starten," sagte Dorfmeister. Dem stimmte auch Obermoser zu. "Man hätte es uns ruhig zutrauen können", sagte die Salzburgerin, die aber in erster Linie heilfroh war, nach den zuletzt mäßigen Ergebnissen "endlich wieder schnell Ski fahren" zu können.
Götschl: "Abfahrt technisch anspruchsvoll
Auch Dorfmeister ist happy, wieder Abfahrtslatten unter den Beinen zu haben. "Ist ohnehin schon wieder zwei Wochen her. Ich sehe es aber nicht so, dass ich trotzdem nicht schon im nächsten Riesentorlauf wieder dabei sein könnte", nahm sie noch einmal Bezug auf das Marburg-Debakel. Auch Renate Götschl weiß: "In der Abfahrt gehst einfach schon mit einem ganz anderen Gefühl an den Start. Du fährst ganz normal und bist trotzdem dabei. Deshalb bin ich schon sehr froh, dass es wieder schneller dahin geht. Zudem ist diese Abfahrt hier technisch wirklich anspruchsvoll."
Zumindest in der "Kombi"-Abfahrt am Samstag starten wird auch Christine Sponring. Am Dienstag hatte die 18-Jährige als 43. noch fast drei Sekunden Rückstand, trotzdem war die Kombi-WM-Zweite von St. Anton zufrieden. Läuft es gut, könnte sie auch die Abfahrt am Freitag fahren. Nur auf der Startliste stand Michaela Kirchgasser. Die Idee, die 16-jährige Salzburgerin kombinieren zu lassen, wurde kurzfristig fallen gelassen. Sie startet Sonntag nur im Slalom.
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