DSV-Alpinchef Vogel wies die Vorwürfe zurück

Zweieinhalb Monate nach dem Unfalltod von Super G-Weltmeisterin Regine Cavagnoud haben die Anwälte des französischen Ski-Teams erstmals die deutschen Trainer beschuldigt. Einer der Betreuer des deutschen Teams habe "möglicherweise" die Mitglieder seines Teams nicht über den Start Cavagnouds informiert, sagten die Rechtsvertreter am Freitag auf einer Pressekonferenz in Zell am See.
Dort hatten die französischen Ski-Rennläuferinnen vor der Weltcup-Abfahrt in Saalbach vor der Staatsanwaltschaft über das tragische Unglück am 29. Oktober auf dem Pitztal-Gletscher ausgesagt.
Walter Vogel, der Alpin-Chef des Deutschen Ski-Verbandes, wies die Vorwürfe umgehend zurück: "Es war alles abgesprochen." Der deutsche Starter habe sein Team informiert und danach genau wie sein französischer Kollege und die Cheftrainer der beiden Mannschaften seinen Platz verlassen. Dies seien Indizien dafür, dass Absprachen stattgefunden haben. Erst danach sei Cavagnoud losgefahren.
Regine Cavagnoud hatte sich bei dem Zusammenstoß mit dem deutschen Trainer Markus Anwander auf der Trainingspiste in Österreich schwere Kopfverletzungen zugezogen, denen sie zwei Tage später in einem Innsbrucker Krankenhaus erlag. Seitdem ermittelt die österreichische Staatsanwaltschaft. Ergebnisse der Untersuchungen liegen noch nicht vor. Der 40 Jahre alte Anwander lag drei Wochen lang im künstlichen Koma und wurde erst vor kurzem aus dem Krankenhaus entlassen.
Die Franzosen begründen ihre Vorwürfe an die deutsche Mannschaft damit, dass der so genannte Starter während des Trainings dazu verpflichtet sei, die Mitglieder seines Teams über alle Starts der Skiläuferinnen, auch der ausländischen, zu informieren. Der deutsche Starter habe selbst zugegeben, so Anwalt Andreas Ermacora, dass er nicht alle Starts der französischen Läuferinnen weitergemeldet habe. Deshalb sei den französischen Trainern nichts vorzuwerfen.
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