Sonntag, 13. Jänner 2002

Sieg als Geschenk zum 26. Geburtstag

Felix Gottwald war am Sonntag rundum zufrieden. Der Salzburger feierte in Ramsau am Dachstein an seinem 26. Geburtstag seinen sechsten Saisonsieg und übernahm zudem das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden.

In der Weltcup-Gesamtwertung hat der Pokalverteidiger 135 Punkte Vorsprung auf den Deutschen Ronny Ackermann, der wegen einer Erkältung auf ein Antreten verzichtet hatte. Gottwald gewann nach enorm spannendem Finale mit 1,3 Punkten Vorsprung auf den Finnen Samppa Lajunen.

Es war ein Sieg mit Verzögerung für den WM-Dritten aus Zell am See. Zunächst hatte er trotz eines nicht perfekt präparierten Skis im 10-km-Rennen mit Massenstart den vierten Rang belegt und im Springen, das nach starkem Schneefall um eineinhalb Stunden verspätet begonnen hatte, fixierte er mit einem perfekten zweiten Sprung seinen insgesamt zwölften Erfolg im Weltcup. "Das Warten hat sich ausgezahlt, es freut mich unglaublich, dass ich endlich auch einen Sieg in der Heimat feiern konnte", meinte Gottwald. "Erfolge sind die beste Vorbereitung auf Olympia."

Gottwald schafft mit 94,5 Metern Bestweite
Nach einem harten Langlauf-Rennen durfte Gottwald erst knapp drei Stunden nach dem geplanten Beginn des Springens endgültig Jubeln. Er brauchte starke Nerven. Denn Tallus hatte als Halbzeit-Spitzenreiter 93 m - bis dahin die Höchstweite - vorgelegt, die Gottwald übertreffen musste. Er schaffte es mit einem 94,5 m-Satz mit Bravour. Lajunen vermochte diese Weite nur noch einzustellen. "Das war eine von den 'Bomben', auf die ich gewartet habe", freute sich Trainer Günther Chromecek über die Leistung seiner Nummer eins.

"Ich habe gewusst, was ich draufhabe", meinte Gottwald selbstsicher. Er hatte im stark bremsenden Aufsprung mit Mühe einen Sturz verhindert (im Gegensatz zu Christoph Bieler und drei Vorspringern) und übernahm freudestrahlend das Gelbe Trikot. "Das steht mir gut, ich hoffe, dass ich es bis März behalte."

Mario Stecher: Im Springen von Rang 32 auf 12 verbessert
Mario Stecher als 32. und vor allem Christoph Eugen - als Top-Ten-Läufer nach Stockbruch nur 43. - blieben im Laufen weit unter ihren Möglichkeiten. "Wir haben uns mit dem Material etwas vergriffen, unsere Ski war nicht so schnell", erklärte Chromecek. Mit 86,5 und 90,5 Metern verbesserte sich Ex-Vize-Weltmeister Stecher immerhin noch auf Rang zwölf.

David Kreiner wurde bei seinem Comeback fünf Monate nach einem schweren Kletterunfall (zwei gebrochene Lendenwirbel) im Langlauf 41. und auf der WM-Schanze von 1999 zeigte er Sprünge auf 76 und 80,5 m. Der 40. Gesamtrang war nebensächlich, doch in einer Woche will der 20-jährige Tiroler in Liberec eine Steigerung zeigen, um sich ein Olympia-Ticket zu sichern.

13.1.2002 19:55