Freitag, 11. Jänner 2002

Trainerin Hübler zuversichtlich

Die Österreicherin Julia Lautowa steht in der nächsten Woche bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Lausanne vor einer schwierigen Aufgabe. Will die 20-Jährige bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City dabei sein, muss sie ins erste Fünftel des 36 Läuferinnen umfassenden Feldes, also unter die Top Sieben. Diese Vorgabe des Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC) ist für Lautowa ab der Quali am Mittwoch wohl nur mit einer optimalen Leistung zu erfüllen, ist doch Europas gesamte Elite am Start.

EM-Rang sechs hat Lautowa nicht einmal in ihrer besten Zeit geschafft, 1998 verbuchte sie mit Platz acht ihre Top-Position. Die internationale Olympia-Quote hatte Lautowa diesmal im November beim Quali-Meeting in Zagreb mit Rang drei klar erfüllt, der österreichische Meistertitel Anfang Dezember in Wien bedeutete den nächsten Schritt nach Salt Lake City. Bei diesem Erfolg zeigte die gebürtige Russin aber Schwächen in Kür und vor allem im Kurzprogramm, daher stand zuletzt hartes Training auf der Tagesordnung.

Trainerin optimistisch
Trainerin Jana Hübler sieht ihren Schützling für die Herausforderung bei deren sechsten EM jedenfalls gerüstet: "Julias Trainingsleistung war zuletzt sehr stabil. Wir belasten uns nicht mit dem Limit. Wenn sie gut läuft, werde ich mich auch bei einem zehnten Platz für einen Olympia-Start einsetzen." Lautowa hatte sich rund um Neujahr in Oberstdorf am rechten Sprunggelenk verletzt, die Schwellung wurde wie ihre Rückenprobleme zuletzt im Wiener Lorenz-Böhler-Krankenhaus aber erfolgreich behandelt.

Jonas will Quali überstehen
Neben Lautowa ist der österreichische Eiskunstlauf-Verband (ÖEKV) in der Schweiz noch mit Clemens Jonas vertreten, die Eistanz- und Paar-Konkurrenz geht jeweils ohne ÖEKV-Beteiligung in Szene. Jonas' klares Ziel ist das Überstehen der Qualifikation, wofür er am Montag unter die Top 15 seiner 18- oder 19-köpfigen Qualifikationsgruppe kommen muss. Bei seinen bisherigen zwei EM-Teilnahmen 1999 und 2001 verpasste der 21-Jährige dieses Ziel als jeweils Gesamt-31. knapp.

Russen als große Favoriten
International geht es um die Olympia-Generalprobe, wobei das Fehlen von Titelverteidigern in zwei der vier Bewerben bemerkenswert ist. Jewgenij Pluschenko passt bei den Herren wegen einer Leistenverletzung, die Paar-Europameister Jelena Bereschnaja/Anton Sicharulidse fehlen wegen einer Knöchelverletzung Bereschnajas. Trotz der Abwesenheit dieser russischen Ausnahme-Könner sind deren Landsleute Favoriten auf drei Mal EM-Gold. So geht Alexej Jagudin auf seinen dritten, Irina Slutskaja gar auf EM-Titel fünf los.

Im Eistanzen sind Italiener und Franzosen Favoriten
Bei den Paaren melden mit den Vize-Europameistern Tatjana Totmianina/Maxim Marinin und den zweifachen Ex-Europameistern Maria Petrowa/Alexej Tichonow gleich zwei russische Duos ihre Anwartschaft auf Platz eins an. Unter Lautowas Gegnerinnen rangieren mit Maria Butirskaja (Gold 1998,1999) und der zuletzt dreifachen "Bronzenen" Wiktoria Wolschkowa zwei weitere Kaliber aus Russland. Im Eistanz dürfte es wieder zum Duell zwischen Marina Anissina/Gwendal Peizerat (FRA) und Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (ITA/TV) kommen.

EM-Programm (14.-20.1.)

Montag:
Quali Herren (11:00/14:15 Uhr)
Kurzprogramm Paare (19:00)

Dienstag:
Eistanz Pflichttänze (11:00)
Kurzprogramm Herren (18:30)

Mittwoch:
Quali Damen (11:00/14:15)
Kür Paare (19:00)

Donnerstag:
Eistanz Originaltanz (13:30)
Kür Herren (18:30)

Freitag:
Kurzprogramm Damen (13:30)
Eistanz Kür (18:30)

Samstag:
Kür Damen (13:30)

Sonntag:
Schaulaufen (14:00)

11.1.2002 16:37