Drei Rallyes mit dem Toyota Corolla als Minimum

66 Starts bei Weltmeisterschafts-Läufen hat Manfred Stohl bereits auf seinem Konto. Das Highlight war der WM-Titel in der Gruppe N im Jahr 2000. In der kommenden Saison will der 29-Jährige aber einen weiteren Schritt nach vor tun, es soll das Jahr der Entscheidung werden. Gruppe N und Einsätze in der 1600er-WM sind Vergangenheit, ab jetzt will Stohl mit einem World-Rallye-Car im Konzert der Großen mitspielen.
Die Premiere erfolgt schon bei der Monte Carlo-Rallye im Jänner, zumindest zwei weitere Starts sind geplant.
"Es hätte keinen Sinn, wenn ich weiterhin in der Gruppe N antrete. Und damit ist das die einzige Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln", erklärte Stohl bei der Präsentation des Rallye-Jahres 2002 der OMV im Wiener Prater. "Ich habe schon bewiesen, dass ich mit einem WRC schnell sein kann"; meint er. Und trotz einiger Verhandlungen hat sich auch für die neue Saison kein Platz in einem Werksteam aufgetan, so versucht es Stohl eben mit einem privaten Toyota. "Es ist fast unmöglich, das Budget für eine ganze Saison aufzustellen, daher fahre ich eben nur ausgewählte Rallyes", sagt er. Neben den drei WM-Läufen sind dies auch die OMV-Burgenland-Rallye, die von seinem Vater Rudi organisiert wird, und die OMV-Rallye mit der ersten Sonderprüfung in der Wiener Krieau und dann im Raum Aspang.
"Hoffe auf Schnee und Eis"
Für Monte Carlo hat sich Stohl keine bestimmten Ziele im Kampf gegen die fast 30 Werksautos gesetzt. "Diese Rallye ist unberechenbar, ich hoffe auf viel Schnee und Eis, da spielen die Kräfteverhältnisse weniger Rolle. Eines ist aber klar: Man muss attackieren, sonst fällt man den Werksteams nicht auf." In Monte Carlo wird neben Stohl Ilka Petrasko Platz nehmen, die zuletzt in der österreichischen Meisterschaft mit Franz Wittmann zum Titel gerast war.
Doppelreiter in der 1600er-Junior-WM
Auch für den zweiten OMV-Piloten heißt das Ziel 2002 WM. David Doppelreiter macht den nächsten Schritt in seiner Karriere, er startet in der kommenden Saison in einem Peugeot 206 KitCar in der 1600er-Junior-WM. "Die komplette österreichische Meisterschaft hätte keinen Sinn mehr gemacht. Wenn ich mich weiterentwickeln will, dann kommt nur die WM in Frage", sagte der 22-Jährige. Die Meisterschaft umfasst sechs Läufe (Monte Carlo, Spanien, Griechenland, Deutschland, San Remo und Großbritannien), Doppelreiter will in den kommenden drei Jahren dort Erfahrung sammeln. Als Beifahrer hat er sich den Steirer Thomas Lettner ins Cockpit geholt, dazu vertraut er auf den erfahrenen Tuner Rolf Schmidt und Einsatzleiter Peter Diekmann.
Rudi Stohl mit 54 zur Safari-Rallye
Neben den beiden "Twens" geht aber auch Rudi Stohl wieder auf "Safari". Der Wiener wird in diesem Jahr bei der 50. Auflage der Safari-Rallye zum 20. Mal an den Start gehen - ein doppeltes Jubiläum in gewissem Sinne. "Die Safari hat ein eigenes Flair, dort ins Ziel zu kommen, ist ein eigenes Gefühl. Das kann man nicht beschreiben, das muss man erlebt haben", erklärt der inzwischen 54-Jährige seine Liebe zu Afrika.
