Dienstag, 8. Jänner 2002

Manko bei 30-km-Bewerb mit Massenstart

Das letzte vorolympische Langlauf-Weltcuprennen in der klassischen Technik brachte für die Österreicher keine Wende zum Besseren. Der 30-km-Bewerb mit Massenstart im Val die Fiemme offenbarte am Dienstag erneut das Manko in dieser Stilart - Gerhard Urain landete (in Abwesenheit von Michail Botwinow) als bester ÖSV-Läufer nur an der 35. Stelle.

"Könige der Klassiker" im Olympia-Winter sind eindeutig die Norweger Anders Aukland und Bente Skari. Aukland feierte in Abwesenheit von Weltcup- Spitzenreiter Per Elofsson (SWE) vor Witali Denisow (RUS) und Mathias Fredriksson (SWE) seinen dritten Saisonsieg. Skari kam über 15 km der Damen schon zu ihrem fünften Erfolg, dem insgesamt 26., und holte sich die Weltcupführung zurück.

Urain: Zwei Minuten Rückstand
Urain enttäuschte die Hoffnungen von Sportdirtektor und Trainer auf einen Platz unter den ersten 15. Dafür fehlten dem 29-jährigen Steirer mehr als zwei Minuten. "Ich habe noch nicht die Form wie bei meinen Top-Ten-Plätzen im vergangenen März, aber vielleicht kommt sie ja bis Februar", meinte Urain, dem im Dezember seine besten Klassisch-Rennski in einer defekten Wärmebox verbrannt waren. Doch auch er verhehlt seine Vorliebe für die Skating-Technik nicht, die er auch als dritter Mann in der Staffel bei den Olympischen Spielen praktizieren soll.

Bedenken wegen Startposition bei klassischem Stil
Sorgen bereitet den Vorantwortlichen, Sportdirektor Walter Mayer und Cheftrainer Franz Weingartner, die Position des Startläufers für Salt Lake City im klassischen Stil. "Wir haben klassisch die Probleme nicht wie erhofft ausgemerzt, es hat sich bisher kein Startläufer aufgedrängt", erklärte Weingartner.

Zwei Kandidaten (auf den weiteren Positionen sollen Botwinow, Urain und Hoffmann laufen) sind Achim Walcher und Alexander Marent. Der Steirer Walcher fehlte allerdings im Fleimstal am Dienstag wegen der speziellen Vorbereitung auf das Skatingrennen am Samstag in Nove Mesto, der Vorarlberger (nur Platz 53 im Massenstart) hat nach einer Verkühlung erst kurz voll trainiert und ist nicht in Topform.

Walter Mayer ist klar, dass das Technik-Problem kurzfristig nicht zu lösen ist. Er hat eine Trainingsgruppe mit seinem Sohn Marc, Urain und Marent eingerichtet, die zielgerichtet arbeiten soll. Große Hoffnungen setzt er für kommende Jahre auf den Jüngsten des Trios. Bei Marc Mayer passt zwar die Technik, altersbedingt fehlt ihm aber noch das körperliche Leistungsvermögen.

8.1.2002 14:39