Samstag, 12. Jänner 2002

Rumsfeld: Puzzle über die El Kaida zusammenzusetzen

Aufgrund der Spannungen zwischen Indien und Pakistan erwägen die USA, ihre Militärpräsenz in Pakistan zu reduzieren. Es gebe Verhandlungen mit Pakistan über die Nutzung von Militärbasen und des Luftraums, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Freitag in Washington.

Die USA nutzten derzeit für ihren Anti-Terror-Krieg Einrichtungen, die Pakistan im Zuge der Mobilmachung gegen Indien selbst brauche. Rumsfeld bestätigte damit indirekt einen Bericht der "Washington Post", wonach Pakistan die USA gebeten habe, auf zwei von insgesamt vier der derzeit genutzten Luftwaffenbasen in dem Land zu verzichten.

Die USA tragen nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld derzeit ihre Informationen über die Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden, El Kaida, zusammen und verschaffen sich dabei ein klareres Bild über die Arbeitsweise der Gruppe. "In jüngster Zeit haben wir ein Menge an Material gesammelt", sagte Rumsfeld am Freitag in Washington. Bei der Durchsuchung von Höhlen und Gebäuden in Afghanistan hätten die US-Streitkräfte Hunderte von Waffen, viel militärisches Material, eine große Anzahl von Dokumenten, Videoaufzeichnungen, Computer-Disketten, Festplatten, Laptops, tragbare Telefone und Adressbücher gefunden.

"Das alles hilft uns dabei, ein vielfältiges Puzzle der El Kaida zusammenzustellen und ihre Möglichkeiten, ihre Reichweite und ihre Kontakte zu anderen Gruppen offen zu legen", sagte Rumsfeld. Er hoffe, dass mit den Informationen zudem weitere Anschläge verhindert werden könnten. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich, bei denen in New York, Washington und Pennsylvania jüngsten Angaben zufolge vermutlich 3126 Menschen ums Leben gekommen sind. Zahlreiche Menschen sind seit den Anschlägen vermisst.

Rumsfeld räumte ein, dass noch viele Teile des Puzzles fehlten. Von Bin Laden und Taliban-Chef Mullah Omar fehlt offenbar jede Spur. Angaben festgenommener El-Kaida-Kämpfer und Taliban zufolge seien bei den US-Angriffen auf Afghanistan jedoch zwei hochrangige Taliban-Mitglieder getötet worden, sagte Rumsfeld. Die beiden gehörten zu einer Gruppe von 20 Männern, die auf einer Liste der von den USA Meistgesuchten stünden.

12.1.2002 09:43