Nur 51 Stimmen für einzigen Kandidaten!

Der gemäßigte Albanerführer Ibrahim Rugova hat auch im dritten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit erreicht, um zum Präsidenten des Kosovo gewählt zu werden. Im Unterschied zu den beiden voran gegangenen Wahlgängen hätte Rugova diesmal nur eine einfache Mehrheit gebraucht. Er bekam 51 Stimmen - gebraucht hätte er 61...
Der kosovo-albanische Präsidentschaftskandidat Ibrahim Rugova ist im Parlament der südjugoslawischen Provinz auch in einer dritten Wahlrunde gescheitert. Mit nur 51 Ja-Stimmen konnte er am Donnerstag in Pristina keine einfache Mehrheit der 120 Abgeordneten für sich gewinnen. Damit kann auch die in der UNO-Resolution 1244 vorgesehene Regierung zur Selbstverwaltung der Provinz zunächst nicht gebildet werden.
Ex-Albaner-Rebellen nicht bei Wahl
Wie die kroatische Nachrichtenagentur HINA berichtet, boykottierten die Parteien der ehemaligen Albanerrebellen Hashim Thaci und Ramush Haradinaj die Abstimmung, weil Rugova ihren Forderungen nicht nachkam.
Bereits beim ersten Wahlgang am 13. Dezember hatten sich die 120 Abgeordneten des multi-ethnischen Provinzparlaments nicht auf Rugova verständigen können. Bei der dritten Abstimmung reichte die absolute Mehrheit (61 Stimmen). Rugova war der einzige Kandidat für das Amt.
Die Vertreter der nicht-albanischen Parteien haben bereits vor der Abstimmung angekündigt, nicht für Rugova stimmen zu wollen. Sie verfügen im Parlament über 39 Abgeordnete, davon entfallen 22 auf die Koalition der Kosovo-Serben, "Povratak". Die serbischen Abgeordneten wollten leere Stimmzettel abgeben. Der Führer der türkischen Koalition Vatan Numan sagte, die Parteien der Minderheit lehnten es ab, Zünglein an der Waage bei der Präsidentenwahl zu sein.
Die Vertreter der Parteien der ethnischen Minderheiten forderten die LDK Rugovas sowie die beiden anderen Albanerparteien, die Demokratische Partei von Thaci und die Allianz für die Zukunft des Kosovo von Haradinaj, auf, sich auf eine Koalitionsregierung zu einigen. Thaci fordert für seine Partei den Posten des Regierungschefs in der neuen Kosovo-Regierung, die vom Präsidenten ernannt wird, während Haradinaj gerne Parlamentspräsident wäre.
Rugovas Demokratische Liga des Kosovo (LDK) gewann die Parlamentswahl im November und stellt derzeit 47 von 120 der Abgeordneten. Seine Wahl gilt als Voraussetzung für mehr Selbstbestimmung in der unter UNO-Verwaltung stehenden jugoslawischen Provinz. Rugova tritt für die Unabhängigkeit des Kosovo ein.
Ein Drittel aller illegaler Waffen in Albanien eingesammelt
In der Republik Albanien hat die Polizei nach eigenen Angaben rund ein Drittel aller aus den Armee-Depots gestohlenen Waffen wieder eingesammelt. Etwa 180.000 der 549.000 entwendeten Waffen seien beschlagnahmt worden, sagte der Generaldirektor der Polizei, Bibil Mema am Donnerstag in Tirana. Die Gewehre, Pistolen und Granaten waren während der bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Jahr 1997 in die Hände von Zivilisten gelangt.
Im vergangenen Jahr hatten Polizeiquellen behauptet, etwa ein Drittel der gestohlenen Waffen sei illegal in die benachbarte südjugoslawische Provinz Kosovo geschmuggelt worden, um sie den dortigen Albanern zu geben. "Wir haben heute noch ein Drittel der gestohlenen Waffen in der Hand der heimischen Bevölkerung", berichtete Mema weiter. Dennoch sei es der Polizei gelungen, die weit verbreitete Kriminalität im Land einzudämmen. Während 1997 noch 2.400 Morde gezählt wurden, seien es im vergangenen Jahr noch 240 gewesen.
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