"Unsere Soldaten sind absolute Profis"

42 österreichische Blauhelme werden um 4,5 Mio. Euro Gesamtkosten für sechs Monate am Hindukusch Dienst versehen. Aber wie wird die UN-Mission aussehen? Wie gefährlich ist der Einsatz wirklich für unsere Soldaten? Oberstleutnant Karl Schmidseder, Chef des Stabes für internationale Einsätze, steht NEWS Rede und Antwort.
NEWS: Sie kommen gerade aus Afghanistan. Was erwartet die Österreicher in Kabul?
Schmidseder: Die Menschen in Kabul wirkten auf mich sehr positiv und optimistisch. Die Bevölkerung erwartet von den internationalen Truppen, dass sie für Ruhe und Sicherheit sorgen. Die größte Gefahr für unsere Männer kommt von der Unzahl von Minen und nicht explodierten Geschossen und nicht von den Menschen.
NEWS: Welchen Auftrag haben die Österreicher zu erfüllen?
Schmidseder: Drei Hauptaufgaben gibt es für die ISAF: Kabul und die Straße zum Flughafen Bagram, 65 Kilometer nördlich von Kabul, müssen gesichert werden. Im Zusammenwirken mit den zivilen Hilfskräften soll möglichst rasch eine umfassende humanitäre Hilfe möglich werden. Zusätzlich sollen wir Österreicher dabei mithelfen, Militär- und Polizeistrukturen aufzubauen. Außerdem werden unsere Soldaten gemeinsam mit den deutschen Patrouillen fahren, Objekte schützen und Hilfstransporte eskortieren.
NEWS: Was passiert, wenn Österreicher doch in Kampfhandlungen verwickelt werden?
Schmidseder: Unsere Soldaten sind absolute Profis, sie könnten nicht besser ausgerüstet und vorbereitet sein. Natürlich birgt jeder Einsatz Risiken. Wenn es Gefahr für Leib und Leben gibt, dann haben wir ganz klare Verhaltensregeln für unsere Soldaten. Welche Maßnahmen zu ergreifen sind, hat jeweils der Kommandant vor Ort zu entscheiden. Theoretisch könnte es auch so weit gehen, dass zur Schusswaffe gegriffen werden muss, wenn ein Fall von Notwehr vorliegt oder Nothilfe für andere Bedrohte geleistet werden muss. Ich möchte aber betonen, dass das Profil der internationalen Truppe ein eher „weiches“ sein soll. Wir wollen nicht provozieren, sondern der Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit geben.
Lesen Sie das gesamte Interview mit Oberstleutnant Schmidseder zum UN-Afghanistan-Einsatz im neuen NEWS!
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