Wirbel um parlamentarische Diplomatenbeschimpfung
Der rechtsradikale israelische Parlamentsabgeordnete Zvi Hendel hat den Botschafter der USA in Israel, Daniel Kurzer, einen "Judenbengel" genannt und damit einen Sturm der Empörung ausgelöst. Der Abgeordnete, dessen Partei "Nationale Union" in der Koalitionsregierung von Ministerpräsident Ariel Sharon sitzt, muss sich am Mittwoch vor dem Ethik-Ausschuss der Knesset verantworten. Seine Äußerungen wurden von Sharons Büro verurteilt.
Hendel hatte Äußerungen von Botschafter Kurzer, einem orthodoxen Juden, kritisiert, der Anfang der Woche Israels Politik gegenüber behinderten Menschen gebrandmarkt hatte. Unter anderem wurde Kurzer mit den Worten zitiert, Israel investiere lieber in jüdische Siedlungen (in den Palästinensergebieten) als in seine Behinderten. Hendel sagte daraufhin am Dienstag in der Knesset: "Ungeachtet der Tatsache, dass dies der Repräsentant eines anderen Staates ist (...), sollte der israelische Staat die Einmischung eines kleinen Judenbengels, der die USA repräsentiert, nicht ignorieren."
Nach einem Bericht der Tageszeitung "Haaretz" vom Mittwoch verweigerte die US-Botschaft in Tel Aviv jeden offiziellen Kommentar. Außenminister Shimon Peres nannte die Äußerung, die aus dem Jargon der deutschen Nationalsozialisten stamme, "eine Schande und untragbar". Vor Hendel hatte bereits der inzwischen ermordete Tourismusminister Rehavam Zeevi 1997 den damaligen US-Botschafter Martin Indyk, ebenfalls jüdischer Konfession, einen "Judenbengel" ("Yehudon") und "Ben-sona" ("Hurensohn") genannt.
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